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 Mein Gedicht über Alienor 
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Beitrag Mein Gedicht über Alienor
Hier mal ein Gedicht über Alienor, das ich Mitte 2006 geschrieben hatte, würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu sagt.
Damals habe ich gerade erst angefangen, mich mit Alienor zu beschäftigen, also deshalb bitte nicht wundern, falls noch historische Fehler enthalten sind...


In Aquitanien ward sie geboren,
nach des Bruders Tod als Erbin auserkoren.

Auch Mutter und Vater hat sie früh sterben sehen.
schon in jungen Jahren mussten die beiden von dieser Welt gehen.

Alienor war die schönste Frau im ganzen Land.
So sich bald eine grosse Schar von Verehrern bei ihr einfand.

Nach des Vaters Tod man sie zur Heirat mit Louis von Frankreich zwang.
Vor der Hochzeitsnacht war ihr schon vorher bang.

König Louis jedoch war ein gottesfürchtiger, ängstlicher Mann.
Jahrelang rührte er seine junge Frau nicht an.

Nach sechs Jahren erst er sie mit ins Ehebett nahm,
und selbst da verging er fast vor Scham.

Sieben Jahre nach der Hochzeit sie ihm eine Tochter schenkte,
was Louis, der sich einen Erben wünschte, kränkte.

Er wollte in den Kreuzzug ins heilige Land reiten,
zwang Alienor ihn dorthin zu begleiten.

Er liess ihr einfach keine Wahl,
für sie wurde die Reise eine grosse Qual.

Hunger und Durst hat sie unterwegs gelitten,
ist wochenlang durch die Gluthitze der Wüste geritten.

Viele Tränen hat sie im heiligen Land vergossen.
nichts bedeuteten ihr Louis und seine Ritter auf ihren prächtigen Rossen.

Für ihren Gemahl sie noch immer nichts empfand,
sie freute sich, als sie ihren Onkel Raimand traf im heiligen Land.

Ihr Spielkamerad und Vertrauter aus Kindertagen,
ihm konnte sie ihr ganzes Leid klagen.

Bei ihm und seiner Familie fand sie Geborgenheit und Glück,
wollte gar nicht mehr nach Frankreich zurück.

Louis konnte das nicht verstehen,
er hat das alles völlig falsch gesehen.

Er beschuldigte sie mit ihrem Onkel Inzucht zu treiben,
keinen Moment länger sollte sie bei ihm bleiben.

Nachts haben seine Männer sie heimlich aus Antiochia fortgezerrt,
sie wurde von Louis in Jerusalem eingesperrt.

Nach dem Kreuzzug nahm er sie mit nach Frankreich zurück.
sie ahnte schon, dass das für sie wäre kein Glück.

Alienor nichts als Gram über das Leben an seiner Seite empfand.
sie glaubte, auf ewig gebunden zu sein an ihn und sein Land.

In der Heimat sie König Louis eine weitere Tochter gebar
worüber er gar nicht glücklich war.

Vierzehn Jahre Ehe und noch immer kein Sohn,
das erschien ihm als der reinste Hohn.

Er begann seine frau zu hassen,
plante, sich von ihr scheiden zu lassen.

Genau so es dann auch geschah,
nun wieder die ganze Männerwelt zu Alienor sah.

Fast jeder Mann sie damals verehrte,
doch sie nur einen begehrte.

Dem jungen Henry schenkte sie ihr Herz,
vergessen waren Kummer und Schmerz.

Henry bat sie um ihre Hand,
sagte, in ihr habe er seine wahre Liebe erkannt.

Voller Freude nahm sie den Antrag an,
sagte ihm, dass sie sich ein Leben an seiner Seite gut vorstellen kann.

Ihre Ehe anfangs unter einem guten Sterne stand,
Schon bald wurden sie König und Königin im fernen England.

Acht Kinder sie ihm gebar,
eine fröhliche, lärmende Schar.

Richard, als viertes Kind zur Welt gekommen,
hat sogleich einen besonderen Platz in ihrem Herzen eingenommen.

Von Kindheit an er den Mut eines Löwen besass,
weswegen man ihn später niemals vergass.

Aber schon bald warf sich über ihr Eheglück ein trüber Schatten.
ihre Söhne berichteten ihr von Rosamund, der Geliebten ihres Gatten.

Desgatten Treuebruch erfüllte sie mit grossem Schmerz
denn damals noch gehörte ihm ihr ganzes Herz.

Sogar vor einer Scheidung schreckte er nicht zurück.
Mit Rosamund plante er ein neues Eheglück.

Mit ihr wollte er zeugen einen Sohn
und ihn setzen als Erben auf Englands Thron.

Alienors Söhne wollte er enterben,
ohne einen Titel sollten sie eines Tages als Bastarde sterben.

Gemeinsam mit ihren Kindern setzte sie sich zur Wehr.
Verteidigen wollte sie für die Frucht ihres Leibes Thron und Ehr.

In Aquitanien sie viele Verbündete fand.
Hinter ihr standen die Adeligen und Untertanen im eigenen Land.

Das alles hat Henry sehr verdrossen.
Nach Frankreich er zog mit einer grossen Armee von Reitern und Rossen.

Dieser Kampf Alienor kein Glück beschied.
Schnell sie in englische Gefangenschaft geriet.

In einer trostlosen, alten Burg in England sperrte er sie ein.
Jahrelang sass sie dort, traurig und allein.

Nicht einmal ihre geliebten Kinder durften zu ihr gehen.
so hat sie sie viele Jahre nicht gesehen.

All ihre Fluchtversuche auf Anhieb gescheitert sind.
Henrys Wachen behielten sie ständig im Auge, wie die Amme ein kleines Kind.

Fast sechzehn lange Jahre sie in Gefangenschaft sass.
Die Welt sie in dieser Zeit jedoch nicht vergass.

Diese Jahre brachten ihr nichts als Kummer und Schmerzen.
draussen, in ganz Europa blieb sie die Königin der Herzen.

Wie oft sie in diesen Jahren von ihrem Hof in Poitiers träumte,
Das fröhliche, bunte Leben dort, das sie jetzt versäumte.

Henrys Tod sie überhaupt nicht verdross.
Nur wenige ahnten, dass sie gar Freudentränen vergoss.

Sie konnte den Toten nur noch hassen,
jetzt endlich wurde sie in die Freiheit entlassen.

Nach all dem Leid war es ihr grösster Lohn,
Richard in die Arme zu schlliessen, ihren Lieblingssohn.

Bei der Krönung sie an seiner Seite sass.
nun endlich das Elend der letzten Jahre vergass.

Ihr Sohn plante auf Kreuzzug ins heilige Land zu gehen.
Ihre Argumente dagegen konnte er nicht verstehen.

Keines ihrer Kinder liebte sie wie ihn so sehr
deswegen fiel die Trennung ihr unglaublich schwer.

Gebangt hat sie ihm ihn so viele Nächte.
Betete zu Gott dass er ihn heil zu ihr zurückbrächte.

Der Kreuzzug Richard kein Glück beschied,
auf der Heimreise er in deutsche Gefangenschaft geriet.

Erneut kam zum Vorschein Alienors Kämpfernatur,
sie kämpfte für ihren Sohn, zielstrebig und stur.

Das Lösegeld sie nur mit Mühe zusammenbekam,
ausserdem bereitete ihr der Kampf gegen ihren Sohn John Gram.

Der von ihr nie wirklich geliebte jüngste Sohn
versuchte an sich zu reissen den englischen Thron.

Dank ihrer Hilfe konnte Richard nach Hause zurückkehren.
man krönte ihn erneut um ihn zu ehren.

Schnell der König dem jüngeren Bruder verzieh.
Dass John seine Entschuldigung nicht ernst meinte, ahnte nur sie.

Nach fünf Jahren England allmählich wieder zu Wohlstand kam.
Als das schiksal ihr ihren Lieblingssohn nahm.

Als er starb, hat sie ihn in die Arme geschlossen.
viele bittere Tränen vergossen.

Ein Armbrustschuss in die Schulter raffte ihn dahin.
Sie litt sehr, sah in ihrem Leben keinen Sinn.

Sie half nun John ihrem einzigen überlebenden Sohn.
zu festigen sein Anrecht auf den Thron.

Schon bald die beiden einander nähergekommen sind,
nach all den Jahren kam es endlich zur Versöhnung zwischen Mutter und Kind.

John spürte schnell, er hasste sie nicht mehr, er hatte sie sehr lieb.
Zwei Jahre sie an seiner Seite blieb

Nach dem Mord an seinem Neffen, ihrem Enkel Arthur sie sich wieder mit ihm zerstritt,
woraufhin sie ins Kloster Fontevrault ritt.

Nie wieder wollte sie John sehen,
die Grausamkeit gegen den kleinen Verwandten konnte sie nicht verstehen.

Oft hörte man sie in der krypta am Grab des geliebten Sohnes leise klagen
in ihrem 82. Lebensjahr hörte ihr altes Herz nach einem langen, erfüllten Leben auf zu schlagen

Der Tod konnte sie wieder mit dem geliebten Sohn und dem treulosen Ehemann vereinen,
die im Leben zerstrittenen nun ganz friedlich scheinen

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23. Jan 2011, 18:19
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Beitrag Re: Mein Gedicht über Alienor
Hi

Nicht schlecht. Wie wäre es wenn wir das mit auf der Homepage veröffentlichen würden? Dann wäre das ein weiterer Punkt um etwas öfters mal zu dichten. Und wer weiß ob nicht mal ein Gedicht über die Familie Planetaret veröffentlicht wird. ;) Ciao


3. Dez 2011, 21:47
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Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Mein Gedicht über Alienor
@Evanna

Freut mich, dass es dir gefällt. Ich finde, das ist eine prima Idee, du kannst es gerne auf die Homepage stellen, mich würde das echt freuen :D

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4. Dez 2011, 11:20
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Beitrag Re: Mein Gedicht über Alienor
Nabend,

Okay, freut mich das du mir deine Zustimmung gibst. Mir schwirrte schon seit langem die Idee im Kopfe herum dass dies ja eigentlich nicht nur fürs Forum geeignet ist sondern unter anderem ja auch mal was für die Homepage. Ich bin zwar nicht so sonderlich für Gedichte aber, ich bewundere diejenigen die Gedichte schreiben können. Liebe Grüße


10. Dez 2011, 20:06
Forum Admin
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Registriert: 11.2010
Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Mein Gedicht über Alienor
@Evanna

Prima, find es schön, dass du das Gedicht mit reinnehmen willst. Übrigens..Kompliment, die Site ist dir bis jetzt super gelungen, schönes Design. :D
Ob mein GEdicht wirklich eines ist oder nicht weiss ich nicht, in meinem anderen Forum sagte mir jemand, dass es keines wäre, da ein Gedicht kein Gedicht sei, nur weil sich alles reimt, da gehöre noch mehr dazu :roll:

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13. Dez 2011, 23:57
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Beitrag Re: Mein Gedicht über Alienor
Nabend,

Meinst du im Elbenwald oder meinst du im Supportforum? Ich nehm es erst mal mit auf die Homepage und wir werden sehen was passiert und wie die Besucher darauf reagieren, mehr als ein Lob oder gut gemeinte Kritik wirds bestimmt nicht geben. Liebe Grüße


18. Dez 2011, 20:12
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