Aktuelle Zeit: 17. Okt 2017, 20:39

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 480 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1 ... 44, 45, 46, 47, 48
 Rpg: Die drei Musketiere 
AutorNachricht
Benutzeravatar

Registriert: 12.2010
Beiträge: 554
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Genevieve

„Manchmal denke ich, du geht etwas zu sehr auf in der Rolle die du spielst. Dabei lassen gewisse Vorlieben bei dir doch ganz deutlich durchblicken, dass du alles andere als ein Moralapostel bist. Immerhin haben wir uns im Bordell kennengelernt, weil du ganz spezielle Wünsche hast, mein süßer, kleiner Unhold.“ erwiderte die Dunkelhaarige nun nicht mehr ganz so spielerisch, wie zuvor.
Genevieve kannte Cesare lang genug um zu wissen, wann sie aufhören sollte ihn zu necken und der Zeitpunkt schien ihr nun gekommen.
Als Cesare vorschlug, sie könnten am Hofe erzählen das es ihren Eltern schlecht ginge um sich so ein paar Tage Zweisamkeit zu verschaffen, lächelte die junge Frau ihren Liebhaber verführerisch an:“ Ich finde auch es ist eine wundervolle Idee. Vielleicht sollten wir in der kommenden Woche fahren, du weißt ja am Samstag ist das große Spiel, dass werde ich um nichts auf der Welt versäumen.“
Genevieve wusste das Cesare der Meinung war, dass das Glücksspiel für sie wie eine Sucht wäre, doch er übertrieb ab und an eben maßlos. Vor allem wenn er das Gefühl hatte von ihr vernachlässigt zu werden. Dennoch würde sie auf keinen Fall vor Sonntag mit ihm aufbrechen.
Schnell hatte der junge Geistliche begriffen, worauf seine Geliebte hinauswollte und das es ihm zusagte wenn sie ihr Kind dem jungen Musketier Jaques unterjubelte, dann würden sie wahrhaftig bald ein kleines Vermögen machen, ohne sich großartig dafür anzustrengen.
„ Richtig, niemand würde sich daran stören wenn unser kleines Goldkindchen seinem Onkel ähnlich sieht. Und den Reitunterricht den dieser Hornochse bei mir bekommen hat und von dem nun wohl eine andere profitieren wird, macht sich im Nachhinein noch richtig bezahlt für uns.“ Bei dem Gedanken an all das Geld das sie Jaques mit einem unehelichen Kind aus der Tasche ziehen konnte, klatschte das ehemalige Freudenmädchen vor Begeisterung in die Hände, schaute ihren Liebsten dann jedoch strafend an als er erwähnte, das sie dann nie wieder mit anderen Männern schlafen musste, um ihre Spielleidenschaft zu finanzieren.
„ Als würde sich niemand Gedanken darüber machen würde, wenn ich keusch wie eine Nonne leben würde. Du willst doch nicht das irgendjemand Verdacht schöpft, oder?“
Die Vorstellung eines Tages in Rom zu leben, gefiel ihr. Auch wenn sie dann ebenfalls nur als Mätresse enden würde, aber immerhin würde Cesare sollte er es tatsächlich bis auf den Papststuhl schaffen, ein Vermögen besitzen. Wen scherte es schon wenn man Luxus, Macht und Reichtum haben könnte wenn der Pöbel einen dann schief anschaute?
Genevieve jedenfalls nicht.

_________________
"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


18. Okt 2012, 16:02
Profil
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Cesare

"Nun, seitdem ich dich kennengelernt habe, habe ich solche Etablissements nicht mehr besucht"; log er, denn hin und wieder tat er das immer noch, "mein Herz gehört nur dir alleine."
Ihm war es durchaus Recht, erst in der kommenden Woche zu fahren.
"Ja, das ist gut, lass uns nächste Woche fahren...und am besten die ganze Woche, da wird sich niemand etwas dabei denken, wenn zwei Geschwister ihre Eltern besuchen...ich bin froh, wenn wir ein paar Tage für uns haben, ichbrauche auch einmal eine Pause von Versailles, ich finde es ist ein grässlicher Ort, und ich würde lieber wieder in Rom leben, wo ich aufgewachsen bin. Weisst du, ich sehne mich oft nach den Hügeln von Rom undunserem Sommerhaus in Frascati, in Italien verstehen sie zu leben, aber hier..."
Dann hatte er einen Einfall, wie sie zu noch mehr Geld kommen konnten.
"Wie wäre es denn, wenn du versuchst, das Herz dieses Jaques für dich zu gewinnen, er war dir doch schon fast hörig...gaukele ihm einfach vor ihn zu lieben, dann gibt er dir so viel Geld, dass du zu keinem anderen mehr zu gehen brauchst...und ich kümmere mich derweil um Jaques Freundin Julie, und ziehe auch ihr etwas Geld aus der Tasche...irgendwer muss sie ja trösten, wenn ihr Freund sich dir zuliebe von ihr trennt. Ihr Vater ist d´Artagnan, der berühmte Musketierhauptmann wird seiner Tochter bestimmt einen Teil seines Vermögens gegeben haben...und auch davon können wir profitieren. So haben wir irgendwann genug Geld, damit ich nach Rom zurück kann..mit dir und unserem Kind. Mein Vater hatte in meinem Alter längst einen Platz im Vatikan, und das will ich auch."
Er küsste sie leidenschaftlich, blickte ihr tief in die Augen, und meinte dann:
"Wisst Ihr, wenn ich Papst wäre, dann hätte ich die Macht, das Zölibat aufzuheben. Bis zum 10. Jahrhundert existierte der Zölibat nicht, bis papst Gregor VII ihn eingeführt hat.
Ich könnte den Zölibat abschaffen, da würde keiner der Priester und Kardinale protestieren, weil sie alle davon profitieren. Und ich könnte dich dann heiraten."

_________________
[img]http://image.wetpaint.com/image/1/Gskddf6Be2p18XU8o74nsw1150237[/img]


18. Okt 2012, 19:22
Profil
Benutzeravatar

Registriert: 12.2010
Beiträge: 554
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Genevieve

„ Nun, zu seiner Zeit hast du solche Etablissements so häufig aufgesucht, dass es auch für ein Leben reichen sollte.“ erwiderte die Schwarzhaarige mit einem frechen Grinsen.
Genevieve hatte keine Ahnung, dass sich der junge Geistliche ab und an, noch immer anderswo sein Vergnügen suchte und das war sicherlich auch besser so. Zwar beanspruchte Genevieve für sich das Recht, sich durch Liebschaften mit Männern Geld für die Spieltische zu beschaffen oder wie im Fall des jungen Jaques, den anderen Hofdamen zu beweisen das sie jeden Mann haben konnte, den sie wollte, doch das war in ihren Augen etwas völlig anderes. Sie hatte lange genug im Bordell gearbeitet und es gab keinen Wunsch, den die Cesare nicht erfüllen konnte, oder wollte. Während es für sie überlebenswichtig war, ihren Ruf als große Verführerin zu wahren musste er als Geistlicher in dieser Hinsicht niemanden etwas beweisen.

„ Wie kann man einen so wunderbaren Ort wie Versailles, nur schrecklich finden? Für mich ist er der Nabel der Welt und ich glaube nicht, dass dein piefiges Rom da mithalten kann.“ Wenn es um Versailles ging, dann gab es für Genevieve kein Argument das es ihr auf irgendeine Weise hätte madig machen können.
Die junge Frau liebte alles an Versailles, seinen Luxus, seine Spieltische, die überfüllten Tische zu den Essenszeiten und seine Verderbtheit. Um keinen Preis der Welt. Würde sie Versailles dauerhaft gegen einen anderen Ort eintauschen. Dennoch hatte sie nichts dagegen einzuwenden, sich mit ihrem heimlichen Liebhaber ein paar Tage fern ab von Versailles ungestört ihren Leidenschaften hinzugeben. Ihr offizieller Status als Bruder und Schwester, machten es ihnen schwer denn für eine angebliche Inzestbeziehung, war selbst Versailles zu prüde.

Hatte es Cesare zunächst noch verärgert, dass sie mit dem Musketier Jaques geschlafen hatte, so erlag der junge Kardinal einer plötzlichen Sinneswandlung. Neugierig hörte Genevieve seinen Ausführungen zu ,ehe sie amüsiert antwortete:“ Du möchtest also, dass ich den Spross des großen Aramis erneut in mein Bett locke, damit du das arme Mannweib das wohl neuerdings von meinen Lehrmethoden profitieren soll vom Pfad der Tugend locken kannst? „
Genevieve musste lachen, als sie sagte:“ Ich stelle mir das dumme Gesicht d´Artagnans vor, wenn er erfährt das seine Tochter es mit einem Kardinal treibt.“ Generell war Genevieve gefährlich eifersüchtig, doch in diesem Falle könnte es durchaus interessant werden, denn auch aus d´Artagnan würde sich, im Falle einer Schwangerschaft seiner Vorzeigetochter, eine Menge Geld holen lassen. Geld das Genevieve für viele schöne Luxusgüter nutzen konnte.

Mit einem mal packte die junge Frau den Geistlichen am Kragen, zog ihn zu sich heran und sagte leise, mit einem drohenden Tonfall:“ Verirre dich nur nicht bei diesem Spielchen. Denn sonst werde ich euch beide, leider töten müssen. Und bei den Körperteilen die euch am meisten Freude beschert haben, werde ich beginnen.“
Genevieve meinte ihre Drohung durchaus ernst, sie würde dieses Spielchen billigen, solange es ein solches blieb und nur der Beschaffung von Geld diente. Sie selbst spielte dieses Spiel perfekt, zuerst im Bordell und nun in Versailles. Doch Cesare hatte nur noch ihre Dienste bei Madame Gourdan in Anspruch genommen, nachdem sie sich dort zum ersten mal begegnet waren. Danach hatte er sie dazu bewegt als seine Schwester zu ihm zu ziehen und war seine Geliebte. Bei aller Klugheit und Verruchtheit, war Cesare in ihren Augen was Liebesdinge anging jemand der sehr empfänglich für echte Gefühle war und das, würde sie nicht durchgehen lassen.
Als er sie erneut leidenschaftlich küsste, presste sie ihren Körper fest an seinen und spürte wie die Hitze in ihrer Körpermitte immer stärker wurde. Sie knurrte leise, als er sich von ihr löste und von seinen Plänen in Rom sprach:“ Das Zölibat aufzuheben, ist zweifelsohne eine glorreicher Gedanke und ich als hilfsbedürftiges Lämmchen würde sehr davon profitieren, wenn du hier und jetzt damit anfängst, mein Süßer.“
Bei ihren Worten ließ Genevieve ihre Hände über den Unterleib Cesares wandern und hielt bei seiner Männlichkeit inne. Durch den Stoff seiner kaminroten Robe, begann sie die Stelle zu massieren und schaute ihn dabei auffordernd an:“ Komm, erlöse mich von der süßen Pein der Wollust und raube mir mit deiner Leidenschaft und deinen Körper, den Atem und den Verstand.“

Henriette

Aufmerksam hörte Henriette dem jungen König zu, als dieser ihr davon erzählte wie sehr der Kardinal Marzarin ihn gedrängt hatte, sich endlich zu vermählen und einen Thronerben zu zeugen. Für einen Augenblick huschte ein Lächeln über ihre Lippen, denn dieses Teil seiner Pflicht hatte Louis mit ihr längst erfüllt. Doch ihr gemeinsamer Sohn, würde nie mehr als ein königlicher Bastard sein. Ein Fehltritt, mehr nicht. Doch nicht für Henriette, sie liebte ihren Sohn über alles und daher würde sie seine Existenz vor Louis auch vorerst geheim halten.
Marzarin würde auch so schon mehr als erbost darüber sein, dass Henriette zurückgekehrt war. Wenn er nun auch noch ihren Sohn zu Gesicht bekommen würde, dann könnte sie für seine Sicherheit nicht garantieren.

„ Wisst ihr Majestät, ihr solltet den Kardinal tatsächlich nach Rom schicken. Er scheint ein Problem mit eurer Autorität zu haben und das solltet ihr als König, eines so bedeutenden Landes wie Frankreich, nicht akzeptieren.“ Sagte die junge Frau nach einer Weile und meinte ihre Worte auch so ehrlich, wie sie über ihre Lippen kamen.
Sie selbst hatte damals eine unglückliche Ehe geführt und hatte dann in den Armen Louis endlich erfahren was Liebe und Leidenschaft waren. Auch wenn er König war und somit Pflichten an sein Land hatte, auch ein König sollte ihrer Meinung nach nicht in die Ketten einer lieblosen Ehe gedrängt werden.

Die Erzählungen Louis über die Begleitumstände wenn er sich mit Francoise getroffen hatte, stimmte sie nachdenklich. Zwar vermutete Henriette keine Hexerei dahinter, aber eine Art Gift könnte sie ihrer einst verhassten Rivalin Francoise durchaus zutrauen.
Schon damals kursierten bei Hof Gerüchte das sie ab und an, auf Hilfsmittel die aus Pflanzen oder durch die Kunst der Alchemie zurückzuführen waren zurückgriff um unliebsame Rivalinnen loszuwerden. Bereits vor Jahren hatte Madame Luzifer hinter vorgehaltenen Händen ihren Spitznamen bekommen und auch Henriette war das eine oder andere mal mit ihr aneinander geraten weil Francoise schon damals das Ziel verfolgt hatte, im Bett des Königs zu landen und zwar dauerhaft.
„ Nun ich denke das sie vielleicht wirklich etwas untergemischt hat um euch gefügig zu machen, doch schon damals habe ich sie nie auf einem Besen durch die Nacht reiten sehen. Ich glaube, dass es sehr schwer nachzuvollziebare Methoden gibt, jemanden Hilf oder Wehrlos zu machen, doch eine Hexe ist sie sicherlich nicht. Ich habe sie eher immer als selbstsüchtiges und gefährliches Miststück angesehen, und es scheint als hätte sie sich kein bisschen geändert.“

Auf Louis Bemerkung, dass er sich eines Tages mit ihr einen Sohn als Thronfolger wünschen würde huschte erneut ein Lächeln über ihre Lippen:“ In diesem Falle, müsstet ihr euch zunächst scheiden lassen. Denkt ihr denn das ihr diese Mühe auf euch nehmen wollt, nur um mich wieder in den Armen zu halten?“ fragte sie und war bereit es herauszufinden. Wenn Louis diesen Wunsch länger verspüren würde, auch dann wenn sie sich ihm wieder hingab, dann würde sie ihm von ihrem gemeinsamen Sohn erzählen und ihn bei seinen Scheidungsplänen unterstützen. Doch ob Louis tatsächlich dazu bereit war, oder ob er wie viele Männer Liebe und Verlangen miteinander verwechselte, würde sich noch erst zeigen.

Als sie knapp vor dem jungen König am vereinbarten Ziel ankam, hielt sie sich ein wenig aus der Puste an einem kleinen Bootssteg fest. Sie hatte also gewonnen und durfte sich nun etwas vom König wünschen.

_________________
"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


25. Okt 2012, 12:40
Profil
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
@Rabe

Dein Posteingang bei ARtagnan ist voll...ich kann dir leider dort grad nicht mehr schreiben, falls wir uns heute nicht mehr lesen, wünsch ich dir noch einen schönen Tag.

_________________
[img]http://image.wetpaint.com/image/1/Gskddf6Be2p18XU8o74nsw1150237[/img]


24. Nov 2012, 13:49
Profil
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
EIN MONAT SPÄTER:

Athos war mit Ellen in den Straßen von Paris unterwegs, um für sich noch ein paar Farben zum Malen zu kaufen, und Ellen benötigte neue Kräutermischungen für das Hospital, einige Kräuter, die man in den Wäldern um Paris so nicht finden konnte, und so kaufte Ellen sie getrocknet. Die Straßen waren an diesem Tag wie immer voller Menschen, und so kamen sie nur langsam voran, und als sie sich mitten im Zentrum der Stadt in der Nähe der Kathedrale von Notre Dame befanden, hörten sie laute Fanfaren, und dann den lauten Ruf eines Musketiers:
"Macht Platz für den Zug der Königin!"
Athos wunderte sich darüber, denn die Königin fuhr sonst nie durch die Stadt. Er fragte sich, was sie wohl hier wollte, warum sie sich in ihrer goldenen Kutsche durch die Stadt fahren ließ.
"Seltsam, die Königin kommt sonst nie in die Stadt. Ich frage mich wirklich, was sie vorhat. Ob sie sich wohl dem Volk präsentieren möchte? Sie sollte lieber dafür sorgen, dass die Not der Menschen gelindert wird, viele wissen nicht woher sie die nächste Mahlzeit nehmen sollen, für diese Menschen ist es wie Hohn, wenn ihre Königin in einer goldenen Kutsche vorbeifährt, und ihnen huldvoll zuwinkt. Von dem, was diese goldene Kutsche wert ist, könnten wir in unserem Hospital zehn Jahre lang alle armen, schwangeren FRauen der Stadt versorgen."
Über die Verschwendungssucht des Königshauses konnte er nur den Kopf schütteln, er hatte nicht das geringste Verständnis dafür.
Dann sah er, dass ein Musketier etwas an einer langen Stange vor der königlichen Kutsche hertrug, und wandte entsetzt den Blick ab. Es war ein halbverwester Kopf, der eines jungen Mannes, an dem nur noch die dunklen Haare deutlich zu erkennen waren. Der Musketier hielt die Stange demonstrativ hoch und zeigte den Kopf den Menschen in den Straßen von Paris, während die Königin aus ihrer Kutsche lugte, und zufrieden lächelte.
"Was soll denn das bloß`?", fragte er Ellen, "was meinst du, ob unsere Königin wohl komplett den Verstand verloren hat? Was will sie mit diesem Schauspiel nur bezwecken? Ich frage mich, wer dieser arme Kerl wohl war, dessen Kopf da an der Stange hängt."
Und schon kurz darauf sollte Athos eine grausige Antwort auf seine Frage erhalten. Die Königin ließ die Kutsche vor der Kathedrale anhalten, und dann nahm sie einem ihrer Soldaten den Pfahl ab, und steckte ihn höchstpersönlich in die Erde vor der Kathedrale, wandte sich dann an die fassungslose Menschenmenge, die sie verwundert anblickte.
"Dies hier ist der Kopf von Mordaunt de Winter, einem Verräter an der Krone, der für den Tod meiner Schwester verantwortlich ist. Ihr alle sollt wissen, dass jeder, der Verrat an der Krone begeht, so enden wird wie dieser Mordaunt, dessen Kopf hier vor der Kathedrale verrotten wird, während seine Seele in der Hölle schmort bis ans Ende aller Tage!"
Ja, der Kopf hatte die gleiche Haarfarbe wie er...es war sein Sohn Mordaunt, dem gegenüber er sich, als er ihm betrunken im Wald begegnet war, so abweisend verhalten hatte. Und nun war sein Sohn tot, und er hatte die Chance, ihn besser kennenzulernen endgültig verspielt. Nun war ihm nichts mehr geblieben, seine beiden Söhne waren tot, und einem von ihnen war er niemals ein richtiger Vater gewesen, weil er ihn nicht als seinen Sohn hatte anerkennen wollen.
Weinend brach er zusammen.
"Oh, Mordaunt, mein Sohn..es tut mir so leid...das habe ich nicht gewollt..."
Nun lag er direkt vor dem Pfahl auf dem Boden und weinte und schrie, und die versammelte Menschenmenge starrte ihn verwundert an. Wütend hämmerte er mit den Fäusten auf den Boden, während ihm die Tränen über die Wangen liefen.
"Mordaunt...mein armer Junge...ach, ich hätte es sein sollen, nicht du...ich hätte sterben sollen...und du hättest leben sollen..du warst doch noch so jung, hattest dein ganzes Leben noch vor dir....ach mordaunt...es tut mir so leid..."

_________________
[img]http://image.wetpaint.com/image/1/Gskddf6Be2p18XU8o74nsw1150237[/img]


5. Dez 2012, 12:50
Profil
Benutzeravatar

Registriert: 12.2010
Beiträge: 554
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Ellen

Es war ein schöner Tag gewesen und nur zu gern hatte sich die Hebamme Ellen von dem Stimmengewirr und den verschiedenen Gerüchen des Marktes einlullen lassen.
Sie genoss die Gesellschaft von Athos sehr, er war ein guter Freund und Weggefährte geworden, den sie nicht mehr missen wollte und auch ihr Sohn Jack hatte seinen Weg gefunden, er schien sogar verliebt zu sein.
Der schaurige Umzug erweckte auch Ellens Interesse und sie fragte sich, wem der Kopf des armen Menschen wohl gehört hatte. Jedenfalls schien er schon eine Weile nicht mehr unter den Lebenden zu weilen, denn der Verwesungsprozess war schon weit vorangeschritten, was durch die noch sehr warmen Septembertage noch verstärkt worden war.

„Was dieser arme Teufel wohl getan hat und noch nach seinem Tod derart entehrt zu werden?“ sagte sie zu Athos, als der Zug vor der Kathedrale halt machte.
Grade als Ellen ihren Begleiter anhalten wollte zu gehen und nicht weiter diesem schrecklichen Schauspiel beizuwohnen, enthüllte die Königin die Identität des Mannes den man auf diese entwürdigende Weise zur Schau stellte.

http://julianna-margulies.org/photos/di ... fullsize=1

Selbst Ellen trafen die Worte wie ein Schlag und das obwohl sie Athos Sohn niemals begegnet war.
Athos- Ellens Blick ging an ihre Seite und sie konnte ihm deutlich ansehen wie all seine Hoffnung, all das was ihn in den letzten Monaten am Leben erhalten hatte, wie eine windschiefe Hütte im Sturm zusammenfiel. Ellen hatte das Gefühl das Athos in den wenigen Augenblicken gealtert war und bei der Vorstellung wie groß sein Schmerz sein musste, traten Tränen in ihre dunklen Augen.
Noch ehe sie etwas sagen oder ihn halten konnte, ging der ehemalige Musketier langsam die Stufen hinauf und warf sich weinend vor der Pike auf den Boden .

Mit tränenverschleierten Blick ging sie nun ebenfalls die steinernden Stufen zur Kathedrale hinauf und kniete sich neben ihn. Sie wusste das sie nichts tun konnte, um seinen Schmerz zu lindern, doch sie konnte bei ihm sein.

Francoise

Francoise genoss den Umzug durch die Straßen von Paris. Es verschaffte ihr eine unbeschreibliche Genugtuung, den Kopf des Mannes auf der Pike zu sehen, der für den Unglücksfall der ihrer Mutter und ihrer Schwester das Leben gekostet hatte verantwortlich war.
Hätte Mordaunt nicht die beiden auf dieses Schiff gelotst, dann würden sie heute noch leben. Und die Tatsache das ihr Vater sie mit dem Spanier verheiraten wollte, hatte der Hauptmann der Musketiere d´Artagnan, anscheinend völlig im falschen Hals bekommen.
Immerhin gehörte ihre Schwester auch zur Familie des Königs, nachdem sie ihn geheiratet hatte und Juan würde sich nicht wagen die Schwester der Königin zu schlagen, wenn er so den Zorn der Königin auf sich ziehen würde. Außerdem konnte auch eine arrangierte Ehe durchaus glücklich verlaufen, dass war bereits oft genug der Fall gewesen.

Nein, die Flucht war keine Alternative gewesen, denn nun waren ihre Mutter und Marie Christine tot. Ihre sterblichen Körper, lagen nun auf ewig auf dem Grund des Meeres und jeder wusste das die Seelen derer die auf See umkamen, dazu verdammt waren bis in alle Ewigkeit als Geist herumzuirren. Das hatten sie nicht verdient. Und Schuld daran war der Mann gewesen, dessen Kopf nun auf der Pike vor ihr durch Paris getragen wurde.
Hoch erhobenen Hauptes schritt Francoise die Stufen zur Kathedrale hinauf, die rechte Hand sorgsam auf ihrem Bauch ruhend. Es war merkwürdig, dieses kleine Wesen in ihrem Leib schenkte ihr die Kraft nun vor allen Menschen über den Verlust ihrer Mutter und ihrer Schwester zu reden. Sie war nicht allein, ihr Kind das tief in ihrem Schoss schlummerte war bei ihr und spendete ihr Trost und Kraft, wie sie es nicht erwartet hätte.
Als die junge Königin die Pike in den Boden stieß, trat sie einen kleinen Schritt zur Seite, denn sie wollte nicht das Hautfetzen oder Maden auf ihr landen würden. Nein, zu Lebzeiten war Mordaunt de Winter ein wesentlich appetitlicherer Anblick gewesen.

Nachdem Francoise verkündet hatte, auf wessen Schultern der Kopf des Mannes einst gesteckt hatte, trat ein Mann die Stufen hinauf. Schnell waren die Wachen bei ihr um sicher zu stellen, dass der Mann sich ihr nicht näherte, doch daran schien er keineswegs interessiert zu sein. Sein Augenmerk galt einzig und allein dem Kopf der schaurig auf die Anwesenden zu schauen schien.
Als der Fremde weinend zusammenbrach und sich selbst bei seinen Worten als Vater von Mordaunt de Winter preis gab, richtete Francoise das Wort an ihn.
„Ich wusste gar nicht das dieser verräterische Bastard einen Vater hatte. Erhebt euch und nennt uns euren Namen, damit wir wissen, wer diesem Stück Dreck das Leben geschenkt hat!“

http://www.natalie-dormer.org/gallery/d ... fullsize=1

_________________
"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


6. Dez 2012, 11:39
Profil
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Athos

Er kniete lange Zeit wie erstarrt vor dem Pfahl und Tränen liefen ihm über die Wangen, und er nahm kaum wahr, dass Ellen bei ihm war, weil er tief in seinem Schmerz versunken war.
Doch schliesslich wandte er sich doch unter Tränen an Ellen.
"Der arme Mordaunt, ich wollte ihn damals, als er geboren war, nicht haben, weil seine Mutter mich so oft betrogen hatte, dass ich bezweifelte, dass er mein Sohn wäre. Dabei hätte ein Blick genügt, und ich hätte die Ähnlichkeit gesehen. Seine mutter hat ihn zu vergiften versucht, als er drei Jahre alt war...und ich habe ihn nicht gewollt...ach, das tut mir so leid..der arme Junge...ach, ich wünschte, ich könnte das wiedergutmachen, aber es ist zu spät."
Er nahm Ellens Hand, denn es tat ihm gut zu wissen, dass er jetzt in seinem Schmerz nicht alleine war. Dennoch, den tiefen Schmerz lindern konnte im Augenblick niemand, er trauerte um einen Sohn, für den er nie dagewesen war, und es tat weh, daran zu denken, dass es zu spät war, um Mordaunt näher kennenzulernen und alles wiedergutzumachen.
Als die Königin seinen Sohn ein Stück Dreck nannte, wurde Athos wütend, und konnte sich nicht mehr beherrschen, in diesem Augenblick vergaß er jeden Respekt gegenüber der Majestät, und sagte ihr gehörig die Meinung.
"Was fällt Euch eigentlich ein, so über meinen Sohn zu reden, wie könnt Ihr es wagen, ihn als ein Stück Dreck zu bezeichnen? Mein Sohn war ein wunderbarer Mensch, und ich bereue es, das viel zu spät erkannt zu haben. Was gibt Euch das Recht, so über ihn zu reden? Ausgerechnet Euch, einer Frau, die sich wie eine Hure dem König an den Hals geworfen und ihn verführt hat, nur um Königin zu werden! Ihr fragtet nach meinem Namen, Hoheit? Nun, mein Name ist Athos, ich bin der Comte de La Fére, und ich habe der Krone jahrelang treu als Musketier gedient..doch wenn man sieht, dass eine Frau wie Ihr Königin werden konnte, so frage ich mich, was aus Frankreichs Königshaus geworden ist. Ihr seid eine schlechte Königin, Euch so am Leid eines toten Mannes zu ergötzen. Mein Sohn hat sich keines Verbrechens schuldig gemacht, wie könnt Ihr es wagen, ihn hier wie einen Verbrecher darzustellen? Eines sage ich Euch, sein Kopf wird hier nicht hängen bleiben, ich werde dafür sorgen, dass er eine ordentliche Bestattung auf meinem Gut in meiner Familiengruft bekommt."
Und mit diesen Worten stand er auf, nahm den halbverwesten Kopf von dem Pfahl und meinte zu Ellen. "Kommt, wir gehen, die Nähe dieser Teufelin macht mich ganz krank. Das einzige, was ich für meinen Sohn noch tun kann, ist ihm eine anständigte Bestattung zu ermöglichen."
Und dann kehrte er der Königin einfach den Rücken zu, und trug den Kopf behutsam die Treppen hinunter, während ihm Tränen über die Wangen liefen. Es war für ihn unerträglich, seinen Sohn tot zu wissen, und er gab sich die Schuld an MOrdaunts Tod. Er wussste, dass auf Majestätsbeleidigung die Todesstrafe stand, doch in diesem Augenblick war es ihm völlig gleich, ob er leben oder sterben würde. Er hatte beide Söhne verloren, was machte sein Leben da noch für einen Sinn? Wie sollte er mit diesem Schmerz leben?

_________________
[img]http://image.wetpaint.com/image/1/Gskddf6Be2p18XU8o74nsw1150237[/img]


6. Dez 2012, 12:09
Profil
Benutzeravatar

Registriert: 12.2010
Beiträge: 554
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Francoise & Ellen

Der Schmerz des am Boden knieenden Mannes, konnte die schwarzhaarige junge Frau nicht im geringsten beeindrucken. Mit starrer Miene beobachtete Francoise den Mann u8nd schließlich auch die Frau, die sich ihm nun näherte und ihn zu trösten versuchte.
Plötzlich richtete der Mann das Wort an die junge Königin. Als er sie anschaute hatte Francoise das Gefühl, dieses Gesicht schon einmal gesehen zu haben. Doch wo?
Noch während sie darüber nachdachte, begann der Fremde sie zu beleidigen, sogar eine Hure nannte er sie. Dann gab er sich zu erkennen und nun wusste sie auch wieder woher ihr das Gesicht des Mannes bekannt vorkam.
Francoise rang nach Worten. Am liebsten hätte sie ihn von der Treppe gestürzt, doch das durfte selbst sie als Königin nicht vor aller Augen tun. Wenn sie Athos ans Leben wollte, dann musste sie es unter Ausschluss der Öffentlichkeit machen.

Wütend ballte sie ihre Hände zu Fäusten, so stark das die Knöchel weiß hervortraten. Oh ja, Athos würde für diese Blöße bezahlen und dieses Weibsstück neben ihn ebenfalls. Doch nicht hier, an diesem Ort.
Grade als Athos sich mit seiner Begleiterin zum gehen umwandte und den Kopf an sich nahm, rief Francoise:“ Ich befehle euch stehen zu bleiben, Athos, Comte de La Fére und nur die Tatsache das ihr jahrelang der Krone gedient habt, bewahrt euch davor hier an Ort und Stelle zu sterben, sondern in einem fairen Prozess der Gerechtigkeit übergeben zu werden.“

Ellen die bisher geschwiegen hatte, schaute nun die junge Königin an. Vielleicht konnte sie das Schlimmste verhindern, wenn sie versuchte an das Gewissen der Königin zu appelieren, denn immerhin trug auch sie ein Kind unter dem Herzen.
Ellen verneigte sich, ging sogar vor Francoise auf die Knie und sagte:“ Ich bitte in aller Demut darum sprechen zu dürfen, Majestät“
Francoise machte ein paar Schritte auf sie zu. Der feine Kies unter ihren Schuhen knirschte. Als sie so nah bei Ellen war, dass diese ihre Schuhspitzen unter dem prunkvollen Gewand sehen konnte sagte sie:“ Nenn mir deinen Namen, Fremde und sieh mich an! “
Ellen tat wie ihr geheißen und für einen Augenblick trafen sich die Blicke der beiden Frauen. Francoise Blick war kalt, was das eisblau ihrer Augen noch mehr unterstrich. Ihr Gesichtsausdruck war hochmütig und zeigte keine Spur von Reue vor dem Schauspiel welches sie hier veranstaltete.
„Mein Name ist Eleonore Monnier und ich bitte noch einmal demütigst darum, sprechen zu dürfen, Majestät.“
Francoise betrachtete Ellen. Sie war nicht mehr ganz jung, sicher schon über vierzig, doch sie war noch immer sehr schön. Ganz sicher war sie die Geliebte des Comte de La Fére , also würde sie sich für sie etwas besonderes einfallen lassen.

Doch hier und jetzt galt es die Fassung zu bewahren:“ Nun denn Eleonore Monnier, sprich und lass uns hören, was du uns zu sagen hast.“
„Ich danke euch, Majestät. „ Ellen suchte einen Augenblick nach den richtigen Worten. Unsicher lächelte sie als sie begann:“ Athos, also der Compte de La Fére ist ein treuer Gefolgsmann des Königs. Lediglich der Verlust seiner beiden Söhne hat ihn so reden lassen. Majestät, ihr selbst tragt ein Kind unter dem Herzen, ihr werdet doch sicherlich wissen wie sehr das Herz eines Menschen an seinen Kind hängt. Auch wenn Mordaunt de Winter sich eines Verbrechens für Schuldig gemacht haben sollte, dann zerreißt es einem Vater dennoch das Herz sein geliebtes Kind so zu sehen. Habt Gnade Majestät, ich bin sicher der Compte meinte es nicht so.“
Francoise hob mit ihrem Fächer das Gesicht ihres weiblichen Gegenübers an und sagte:“ Kann es sein das ihr euch so sehr für ihn einsetzt, damit er euch nicht aus seinem Bett wirft und sich ein jüngeres Lämmchen holt? Ist er tatsächlich so gut, dass ihr hier vor aller Augen in den Dreck kriecht um weiterhin seine Hure zu sein?“
Francoise warf einen Blick auf Athos, er hatte sie eine Hure genannt nun tat sie mit seinem Liebchen das gleiche. Triumphierend ging sie auf den ehemaligen Musketier zu:“ Ihr seid ein miserabler Vater wenn euch euer Sohn erst jetzt dazu bringt ihn zu lieben. Doch ich will Gnade vor Recht ergehen lassen, Athos Compte de La Fére. Ich gebe euch die Gelegenheit euren Sohn eure Zuneigung zu bekunden. „

Francoise ging zu der Pike auf der nun wieder der Kopf des Verräters steckte und befahl Athos mit Ketten an Händen und Füßen zu fesseln. Als er so vor ihr auf den Knien lag, hielt sie ihm die Pike mit dem verwesenden Kopf vor die Nase und sagte :“ Nun Athos, ihr dürft euren Sohn noch einmal küssen und ein paar nette Worte sagen, ehe ich befehle das die Raben seine Augen aus den Höhlen piken.“

Nun konnte Ellen sich nicht mehr beherrschen. Mit einem Wutschrei ging sie auf die Königin los und schubste Francoise in die Seite. Der Kopf mit samt der Pike fiel zu Boden und sogleich waren zwei Wachen da, die Ellen zu Boden warfen. Wütend trat Francoise ihr in die Seite und zischte:“ Das werdet ihr mir büßen Eleonore Monnier. Alle beide!“

_________________
"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


11. Dez 2012, 13:15
Profil
Benutzeravatar

Registriert: 12.2010
Beiträge: 554
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Genevieve & Jaques

Schon eine ganze Weile lang hatte Genevieve auf den richtigen Augenblick gewartet, um ihren verflossenen Liebhaber Jaques zu eröffnen, dass ihre Liebelei nicht ohne Folgen geblieben war.
Natürlich wusste sie, dass dieses Kind in Wahrheit von Cesare Mazarin, dem Neffen des Kardinals war. Doch zum einen sorgten diese unehelichen Kinder bei den Geistlichen doch gelegentlich für Schwierigkeiten und zum anderen, hielt jeder hier am Hofe den jungen Geistlichen für ihren Bruder. Also galt es einen Sündenbock zu finden und in Jaques glaubte Genevieve, dass perfekte Opfer gefunden zu haben.
Aramis der einst einer der berühmten vier Musketiere des Königs gewesen war, besaß ein recht anschauliches Vermögen und da er als Jesuit nun einmal den Luxus entsagt hatte, würde Jaques sicherlich eine wahre Goldgrube für sie und das noch ungeborene Kind sein.
Scheinbar zufällig, kreuzten sich die Wege der beiden, als Jaques wie so oft unter der alten Eiche weit ab von den Damen und den Ziegenkarren saß und seine schwülstigen Gedichte schrieb.
Genevieve setzte sich auf eine der verschnörkelten Bänke und winkte zu ihm hinüber. Jaques ignorierte sie und blickte demonstrativ in eine andere Richtung.
Nein, leicht würde er es ihr nicht machen. Und sicherlich würde ihr auch noch ein Kampf mit dem Mannweib bevorstehen, dieser Julie die sich selbst anscheinend für einen Mann hielt. Wenigstens war der König noch nicht geistig genug umnachtet, um einer Frau den Titel eines Musketiers zu geben.
Als eine Weile verstrichen war, erhob sich die junge Frau von der kleinen Bank und ging ohne Umschweife auf den jungen Musketier zu. „Geht man so miteinander um, nur weil die Liebe verloschen ist, mein lieber Jaques?“ fragte Genevieve mit unschuldiger Miene und schenkte ihm ein Lächeln.
Jaques ignorierte sie jedoch weiter und ging keineswegs auf die Worte die an ihn gerichtet worden waren, ein. Genevieve seufzte tief und sagte dann:“ Nun gut, ich wollte zunächst einmal ein wenig mit dir plaudern, aber wenn du so tust als sei ich Luft, kann ich ja auch gleich mit der Tür ins Haus fallen. Ich bekomme ein Kind mein lieber Jaques und zwar von dir.“
Jaques schaute die ausgesprochen hübsche, wenn auch hinterhältige junge Frau an und sah deutlich die Wölbung ihres Leibes. Dennoch konnte es ihn nicht im geringsten beeindrucken:“ Man höre und staune, Genevieve spricht einmal die Wahrheit. Aber in Anbetracht der Tatsachen das du es ohnehin nicht leugnen könntest, bleibt dir wohl auch nichts anderes übrig. „
Genevieves Miene verfinsterte sich . Es passte ihr gar nicht, dass er so mit ihr sprach:“ Noch einmal zum mitschreiben, du Hornochse. Ich erwarte ein Kind. Dein Kind!“ Ihre Stimme war nun nicht mehr so zuckersüß und samtig wie sie es zuvor gewesen war, sondern lauter und bestimmter.
„ Ich bitte dich, jeder Mann der einmal einen Fuß in den Raum mit den Spieltischen in Versailles gesetzt hat, könnte der Vater sein. Ich würde vorschlagen du wartest einfach ab bis das Kind geboren wurde und fragst dann den Mann der die Spieler verzeichnet wer zum gegebenen Zeitpunkt gegen dich gespielt hat. Dann dürftest du eine leise Ahnung haben, wen du für diesen Zustand danken kannst.“ Allmählich begann Jaques sich zu amüsieren. Er konnte sich noch gut an den Schmerz erinnern, den er durch die Trennung von Genevieve damals gehabt hatte. Das sie nun ausgerechnet zum ihm kam und behauptete, ihn zum Vater zu machen war einfach zu köstlich.
Dennoch machte sich Jaques Gedanken, denn von weitem sah er, wie sich Julie ihnen näherte.
Was würde sie zu dem Vorwurf nur sagen?

Henriette

Lachend rannte die blonde junge Frau durch die Halle und versteckte sich hinter einer der großen Säulen. Louis war ihr dicht auf den Fersen und sie wollte ihn auf keinen Fall einfach so gewinnen lassen.
Fast war es zwischen ihnen wieder so wie früher, als sie noch geglaubt hatten das sie heiraten dürften. Doch nun gab es Francoise die jeden Tag stolz ihren Bauch durch die Gegend schob und jeden der es hören wollte oder auch nicht, erzählte wie sehr der kleine Thronfolger den sie in sich trug, sie in der Nacht getreten hatte.
Louis schlich an ihr vorbei, die Feder eines Faues in seinem dunklen Haar. Henriette wartete bis der junge König ein wenig von ihr entfernt war und lief dann los, zu ihren Gemach. Doch ihr Fluchtversuch blieb nicht unbeobachtet, viel zu schnell folgte er ihr und mit einem Sprung , bei dem sie ihre Röcke hochhob landete sie hinter dem kleinen Sofa.
„Ahhh…“ stieß sie hervor und rieb sich den schmerzenden Knöchel. Halb lachend, halb weinend blickte Henriette Louis an und sagte:“ Und nun großer Häuptling? Wollt ihr mein Leid ausnutzen und mich in eurem Wikwam entführen, oder bekommt eine arme verletzte Frau eine Gnadenfrist?“

_________________
"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


29. Jan 2013, 13:31
Profil
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 769
Geschlecht: weiblich
Beitrag Re: Rpg: Die drei Musketiere
Julie

Lächelnd näherte sie sich Jaques, sie freute sich darauf, mit ihm einen romantischen Nachmittag im Wald zu verbringen. Sie ging näher heran, ein Lächeln auf den Lippen, und winkte ihm zu.
Dann sah sie die Frau die bei ihm stand, Julie kannte diese Frau, sie wusste, dass es Geneviéve war, für die Jaques früher einmal geschwärmt, und die nur mit seinen Gefühlen gespielt hatte. Warum stand sie nun bei ihm und redete mit ihm? Empfand er womöglich noch immer etwas für sie?
Nein, sagte sie sich, er liebt nur mich, es ist einfach ein Zufall, dass die beiden dort beieinanderstehen, nur eine höfliche Konversation, weiter nichts. Doch als sie näherkam, konnte sie deutlich hören, worüber die beiden da redeten. Die beiden standen unter einer alten Eiche, und diese Geneviéve sagte Jaques gerade, dass sie ein Kind von ihm erwartete.
Mit diesen Worten brach für Julie eine Welt zusammen. Diese Frau erwartete ein Kind von Jaques? Von ihrem Jaques? Wie konnte er mit Geneviéve geschlafen haben, wo er doch nun seit fast zwei Monaten mit ihr zusammen war?
Sie ging näher heran, und dann versetzte sie Jaques eine schallende Ohrfeige.
"Du solltest dich schämen!", fuhr sie ihn wütend an, "so mit meinen Gefühlen zu spielen! Mir täuschst du wahre Liebe vor, während du eine andere geschwängert hast! Also für mich bist du gestorben! Ich hasse dich! Das mit uns beiden, das ist jetzt vorbei!"
Mit diesen Worten rannte sie weinend davon, zurück in den Palast, wobei sie den Ziegenkarren einer Hofdame umstieß, die ihr laute Flüche hinterherschickte. Es tat so weh, sie konnte es kaum ertragen..wie kannte er ihr das nur antun können? Liebte er diese Henriette noch etwa noch immer? Wie hatte er sie nur so enttäuschen können?

Henriette und Louis folgen

Und noch ein kleines OT: Dein Postfach bei artagnan ist voll, deswegen kan ich dir leider keine PM schreiben...falls wir uns nicht mehr lesen, wünsch ich dir schöne Karnevalstage.

_________________
[img]http://image.wetpaint.com/image/1/Gskddf6Be2p18XU8o74nsw1150237[/img]


7. Feb 2013, 10:55
Profil
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 480 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1 ... 44, 45, 46, 47, 48

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software • Designed by Vjacheslav Trushkin for Free Forums/DivisionCore.
phpBB3 Forum von phpBB8.de