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 Rpg: Die Borgias 
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

Als sie ihn danach fragte, wie die Römer denn dazu gekommen waren, sich für etwas ganz Besonderes zu halten, erklärte er es ihr.
"Die Römer haben sich immer schon als Nabel der Welt, als etwas ganz Besonderes betrachtet, das kommt noch aus jenen Zeiten, in denen Rom fast die ganze Welt beherrschte, damals fühlten die Römer sich als etwas Großartiges, etwas ganz Besonderes, und so sehen sie sich auch heute noch. Dass ihre Vorfahren, Menschen den Löwen in den großen Arenen zum Fraß vorwarfen, daran denken sie heute gar nicht mehr. Meiner Meinung nach waren die Römer damals schon nicht besser als andere Völker, sie hielten sich nur dafür, und viele tun es noch heute. Und nur weil wir Spanier sind, denken sie, sie könnten mit Herablassung auf uns blicken."
Als sie dann meinte, dass Juan und Orsino eigentlich die besten Freunde sein müssten, weil sie beide regelmässig Hurenhäuser besuchten, musste er grinsen.
"Die beiden verstehen sich überhaupt nicht...Orsino hasst Juan, weil der sich immer die teuerste Hure nimmt, die auch ihm am besten gefällt, aber du weisst ja, wie es um Tante Adrianas Finanzen bestellt ist...Orsino kann sich nur die billigeren Mädchen leisten, und deswegen ist er wütend auf Juan, und grollt diesem. Die beiden sind sich spinnefeind..und vielleicht ist das auch gut so...wenn die beiden sich gut verstehen würden, hätten wir hier alle bald nichts mehr zu lachen..."
Als sie dann sagte, dass sie sich nicht dazwischendrängen könne, falls dieser Mann bereits mit Gott verheiratet sei, schüttelte er energisch den Kopf und blickte ihr tief in die Augen.
"Nicht jeder heiratet Gott freiwillig, und nicht jeder legt aus freiem Willen das Keuschheitsgelübde ab. Bei mir war es so, dass mein Vater das wollte, ich selbst habe das nie gewollt. Ich bin nicht der geborene Kardinal, ich glaube ja nicht mal an Gott."
Clarice konnte er das anvertrauen, was er ansonsten im Vatikan niemandem sagen durfte.
Er musste ein wenig schmunzeln. "Ein Papstsohn, der nicht an Gott glaubt...wenn unsere Feinde, diese alteingesessenen Römer das wüssten, würden sie uns nur noch mehr verteufeln.."
Als sie ihn an sich heranzuzog, und er ihre weichen Lippen auf seinen spürte, genoss er diesen Kuss sehr, und legte seine ganze Leidenschaft hinein, und in diesem MOment wusste er, dass er sich gegen seinen Vater auflehnen würde.
Er sehnte sich nach einer gemeinsamen Zukunft mit Clarice, und er wollte nicht wie sein Vater, ein Kardinal mit Mätresse werden, der seine Kinder jahrelang verstecken und als Nichten und Neffen ausgeben musste.
"Vielleicht ist es gleich, was dein Vater will. Aber ist es dir auch egal was der Papst will?", fragte sie ihn, als sich ihre Lippen voneinander lösten.
"Mir ist es egal, was mein Vater der Papst will. alles was mir wichtig ist, ist was du willst", flüsterte er und blickte ihr tief in die Augen.
DAnn näherten sich ihre Lippen erneut den seinen, und sie versanken erneut in einem leidenschaftlichen Kuss.

Lucrezia

"Ja, ich würde schon sagen"; meinte er lächelnd, "ich würde mich freuen, wenn wir befreundet sein könnten. Die meisten hier im Vatikan meiden mich, weil sie mit dem Heiden, wie sie mich nennen, nichts zu tun haben möchten. Darf ich Euch dann Lucrezia nennen, wenn Euch Madonna nicht gefällt?"; fragte er.
Es erschien ihm schon wie ein Wunder, dass die Papsttochter überhaupt mit ihm redete, nicht ensetzt war, weil er ein Heide war. Bei all den Kardinälen, deren Mätressen und Kindern hatte er oft das Gefühl, dass sie fremde Religionen fürchteten wie der Teufel das Weihnwasser.
"Der Couscous mag unscheinbar aussehen, aber er schmeckt einfach köstlich...wer ihn probiert, der möchte nie mehr ohne auskommen"; meinte er, "Ihr werdet überrascht sein."
Als sie sagte, dass Couscous ein wenig wie Kuss-Kuss klang, und dann sagte, "Aber das würdet Ihr mir gewiss nicht anbieten?", ihn neugierig anblickte, musste er schon ein wenig schmunzeln über die Kühnheit der Papsttochter, die ihn hier im Gegensatz zu den anderen jungen Frauen nicht zu fürchten schien.
"Habt Ihr denn keine Angst, dass so ein Kuss-Kuss von mir Euch direkt in dieses Flügelfeuer...oder Fegerfeuer...oder wie Ihr das nennt bringen könnte? Die anderen Frauen und Mädchen hier im Vatikan schlagen immer ein Kreuz wenn sie mich sehen, dann kreischen sie und laufen weg, als ob sie fürchteten, dass das Heidentum ansteckend sein könnte. Und wisst Ihr, ich würde niemals eine Dame einfach so küssen, in meiner Heimat schickt sich das nicht, ich frage immer vorher um Erlaubnis. Und ich lege viel Wert darauf, eine Frau erst besser kennenzulernen."
Sie war für ihn vor allem eine gute Freundin, auch wenn er sie sehr anziehend fand, und ausserdem war er sicher, dass der Papst ihn vierteilen lassen würde, falls er sie küsste.
"Ja, das stimmt", meinte er dann ebenfalls lachend, "dieses rote Traubenwasser, dieser Wein hat bei den meisten eine seltsame Wirkung...jene die ihn trinken verhalten sich oft wie kleine Kinder. Ich trinke ihn nicht, weil meine Religion es mir verbietet Alkohol zu trinken, und ich nehme die Verbote von Allah sehr ernst. Es gibt ja so viele andere gute Getränke, da vermisse ich dieses rote Zeug auch gar nicht. Diese Kardinäle sind sehr seltsam, wenn sie Euren Vater zwar hassen, aber ihm viel Geld für seinen Wein geben. Mir fällt es oft schwer, die Menschen hier zu verstehen, alles ist so anders als in meiner Heimat."

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8. Dez 2011, 17:48
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Clarissa

„ Es sind solche Narren. Wie kann man nur stolz, auf eine solche Vergangenheit sein? Ich denke, dass es für die damaligen Christen wie ein Schlag ins Gesicht sein müsste, wenn sie wüssten das gerade Rom als Hauptstadt der Christenheit gilt und das die Kinder derer, die ihr Blut an ihren Händen haben sich nun als Nachfolger Christi bezeichnen. Wenn du mich nach meiner ehrlichen Meinung fragst, dann kann ich nur sagen das es für mich schon beinah an Blasphemie grenzt. „
Clarissa wusste, dass sie ihre Worte ohne weiteres auf den Scheiterhaufen bringen konnten, aber sie hatte nicht das Gefühl, dass sie bei ihrem Cousin Cesare, von dem für die junge Schwarzhaarige nun eine nahezu magische Anziehungskraft ausging, ein Blatt vor dem Munde nehmen musste.
Als Cesare davon sprach das Orsino und Juan sich hassten, musste sie lachen:“ Dann sind die beiden also zu dumm um zu sehen, wie ähnlich sie doch tatsächlich einander sind. Ich muss sagen, ich bin immer neugieriger auf diese Giulia Farnese. Wie würdest du sie beschreiben, Cesare? „
Erstaunt schaute sie ihren Cousin aus ihren großen, braunen Augen an, als dieser sagte das er nur die kirchliche Laufbahn eingeschlagen hatte, weil sein Vater es so gewünscht hatte und er nicht einmal an Gott glaubte.
Es dauerte einen Moment, bis sie ihre Fassung wieder erlangte. „ Du bist ein Ungläubiger? Wie schaffst du es dann, zu predigen, den Menschen die Beichte abzunehmen oder ihnen durch Gottes Wort Trost zu spenden?“
Clarissa selbst konnte sich mit den Lehren der Kirche ebenfalls nicht identifizieren und hatte einen ausgesprochenen Freigeist entwickelt. Für sie war die Heilige katholische Kirche, nichts weiter als eine Weiterentwicklung des alten römischen Reiches und seiner heidnischen Kultur. Doch das Cesare als Kardinal so dachte, überraschte sie wirklich.
Als er sagte, dass man ihn und seine Familie noch mehr verteufeln würde, wenn jemand wüsste was er wirklich glaubte, nickte sie:“ Du solltest es nicht an die große Glocke hängen. Sie würden dich sicherlich der Ketzerei beschuldigen und was für eine Strafe darauf steht, weißt du selbst.“
Clarissa schüttelte ihren Kopf, und ließ ein leises Lachen vernehmen.“ Heißt es nicht in der Bibel, dass Gott Liebe ist und wer freier ist als andere von Sünde, der solle den ersten Stein werfen? Es ist schier unglaublich wie frei die Kirche dies übersetzt und zu ihren Zwecken einsetzt, findest du nicht?“
Wie sehr würden die anderen Kardinäle und die großen, alten italienischen Familien wohl wettern, wenn sie Zeuge dessen was passierte, werden würden?
Ein paar mal versuchte sie sich selbst dazu zu bewegen, das was sich zwischen ihr und ihrem Cousin anbahnte, zu beenden doch ihr innerer Widerstand war zu groß um dieser süßen Versuchung zu widerstehen.
Beinah ängstlich wartete die junge Frau die Antwort ihres Cousins ab, nachdem sie ihn danach gefragt hatte ob es ihm nur egal war was sein Vater wolle, oder ob dies auch für den Willen des Papstes galt.
Die Antwort die sie bekam, ließ ihr ohnehin schon heftig pochendes Herz, noch schneller rasen. Mit zitternden Händen, umfasste Clarissa das Gesicht des jungen Kardinals und flüsterte:“ Und was, wenn das was ich mir wünsche völlig unmoralisch und unehrenhaft ist? Wirst du es mir dann auch erfüllen, Cesare?“


Lucrezia

„Ja, ihr dürft mich gern Lucrezia nennen. Madonna klingt in meinen Ohren so Heilig, dabei sind die Ausdrücke die mir die meisten Römer entgegenbringen, alles andere als heilig. Sie sind sogar zutiefst beleidigend und abscheulich, möchte ich meinen.“
Lucrezia lächelte und sprach dann weiter:“ Mich kümmert es nicht das ihr ein Heide seit, wenn mein Vater euch trotzdem hier Willkommen heißt, dann will ich es auch tun. Immerhin wurde er von Gott auserwählt, seinen Willen zu tun und mein Vater bezeichnet euch auch nicht als Heiden, sondern als einen Muselmann der zu Allah betet.“
Für die junge Papsttochter, gab es keinen Zweifel daran das Gott selbst, ihren Vater als seinen Stellvertreter auf Erden auserwählt hatte und daher zweifelt e sie auch nicht eine Sekunde daran, dass es gut und richtig für Djem war, hier zu sein.
Als der Orientale dann sagte, wenn sie erst einmal von diesem Cous-Cous probiert habe, würde sie nicht mehr ohne ihn auskommen können, antwortete sie:“ Aber wie soll ich dann weiterleben, wenn ihr irgendwann einmal zurück in eure Heimat kehrt? Werdet ihr mir dann dieses Cous-Cous durch einen Boten nach Rom senden lassen, Djem?“
Lucrezia lachte, als Djem zunächst von dem Flügelfeuer und dann von dem Fegefeuer sprach. Aufmerksam hörte sie ihm zu, ehe sie ihm seine Frage beantwortete:“ Nein, ich habe keine Angst vor euch. Und auch nicht vor dem Kuss-Kuss oder dem Fegefeuer. Mein Vater selbst küsst auch eine sehr schöne Frau und wenn er das für richtig hält, was soll dann daran falsch sein? Und wenn die anderen Frauen und Mädchen hier ein Kreuzzeichen schlagen wenn sie euch begegnen, dann liegt es vielleicht daran, dass ihr ihnen gefallt und sie Gottes Beistand brauchen um nicht den Charme eines Muselmannes zu erliegen.“
Lucrezia plauderte fröhlich und offen darauf los. Es war ihr völlig fremd sich zu verstellen und den Leuten das zu sagen was sie hören wollten. So auch jetzt bei Djem, den sie wirklich sehr gern hatte.
„Eure Religion verbietet es euch Wein zu trinken? Was verbietet sie euch noch?“ fragte sie und war wirklich sehr neugierig auf das, was ihr der junge Prinz über seinen Glauben zu erzählen hatte.

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"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


12. Dez 2011, 11:37
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

"Ja, ich sehe das genauso wie du"; meinte er und nickte zustimmend, "die Römer zogen damals durch ganz Europa, brandschatzten und mordeten, und sie brachten ganze Dörfer unter ihre Kontrolle, machten sie zu Städten, indem sie ihre eigenen Leute dort ansiedelten, und dann den Germanen und anderen Völkern ihr Leben nach und nach unauffällig aufzwangen, indem sie ihnen den Besuch ihrer Badeanstalten gestatteten oder ihnen bestimmte Vergünstigungen gaben..so merkten diese Völker nicht einmal, wie sie ihre Kultur nach und nach an das römische Imperium verloren, und aus Dorfbewohnern in den germanischen Wäldern römische Städter wurden. So sind Städte wie Köln und Mainz und Paris einst entstanden."
Ihre Worte waren gefährlich und konnten sie leicht auf den Scheiterhaufen bringen, doch bei ihm konnte sie offen reden, weil er ihr vertraute, und sie ihm vertraute. Woanders hätte Clarice es sicher niemals gewagt, in dieser Weise offene Kritik an den Römern zu üben.
"Wir können wirklich froh sein, dass die beiden nicht merken, wie ähnlich sie einander sind, und dass sie im Grunde perfekt miteinander harmonieren könnten, denn wenn das geschähe, dann hätten wir ein Problem. Einer allein ist schon eine Plage..beide zusammen wären unausstehlich."
Als sie ihn dann fragte, was er über Giulia Farnese wüsste, verfinsterte seine Miene sich für kurze Zeit.
"Ich glaube, sie will hoch hinaus, in letzter Zeit sieht man sie andauernd in der Nähe meines Vaters...und das gefällt mir gar nicht. Bisher hatte er neben meiner Mutter keine Frau, doch jetzt scheint sich das zu ändern, mein Vater will sogar ein Gemälde von ihr, auf dem sie ein schneeweißes Lämmchen auf dem Schoss hält, in Auftrag geben. Noch ist sie nicht seine Mätresse, aber er ist wohl ganz hingerissen von ihr. Mir ist aufgefallen, dass sie sehr oft Vaters Nähe sucht, doch ich kann nicht sagen, ob sie das aus Berechnung tut, oder weil sie verzweifelt nach jemandem sucht, der sie vor Orsino schützt...er hat sie schon häufig geschlagen. Einerseits tut sie mir ja sehr leid, aber andererseits möchte ich nicht, dass sie Mutters Platz einnimmt..."
Als sie ihn fragte, wie er es denn schaffe, zu predigen, obwohl er doch nicht glaubte, meinte er, verschmitzt lächelnd.
"Wenn ich predige, denke ich einfach an etwas ganz anderes, etwas sehr Schönes, und dann gerät meine Predigt automatisch leidenschaftlicher, und jeder denkt, ich würde von ganzem Herzen hinter dem stehen was ich predige...bei meiner nächsten Predigt werde ich gewiss an dich denken."
Und so schaffe ich es kurioserweise immer, den menschen mit meinen Worten Trost zu spenden. Aber im GEgensatz zu Vater, nehme ich kein Geld für Ablässe, das finde ich einfach schrecklich, dass er als Papst gutgläubigen Menschen Geld aus der Tasche zieht, indem er ihre Angst vor dem Höllenfeuer schürt. Also wenn ich Papst wäre, ich würde das ganze System etwas umkrempeln, eine Religion schaffen, die nicht auf Angst vor der Hölle basiert..denn ich glaube, dass falls es Gott wirklich gibt, dieser gewiss kein strafender, böser Gott ist. Wie du schon sagtest, es steht ja in der Bibel, wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein. Die meisten Menschen können kein Latain, und deswegen können sie nicht lesen was in der Bibel steht, und das ist vom Klerus so gewollt, sie halten die Menschen absichtlich in Unkenntnis über den INhalt der bibel, weil das viele ins Nachdenken bringen würde"
"Und keine Sorge, Cousinchen, nur dir gegenüber rede ich so offen, ich weiss schon, dass das sonst Probleme geben könnte"; meinte er schliesslich, "die meisten Menschen denken nicht so offen wie wir beide."
Wie gut es ihm tat, in ihrer GEgenwart endlich einmal all das offen aussprechen zu können, was ihn so sehr beschäftigte.
Als sie dann mit zitternden Händen sein Gesicht umfasste und flüsterte "Und was, wenn das, was ich mir wünsche, völlig unehrenhaft und ummoralisch ist?"
Als er ihr in die Augen blickte, sah er darin sein eigenes Verlangen widergespiegelt, und da zögerte er nicht lange, und küsste sie ganz einfach, ein langer, leidenschaftlicher Kuss. Und in diesem Moment wurde ihm klar, dass sie genau so war, wie er sich die Frau seiner Träume immer vorgestellt hatte.

Djem

"Ja, ich weiss was Ihr meint"; sagte er und nickte zustimmend, "mich nennen die Römer "Heidenprinz oder böser Dschinn" oder "Abgesandter des Teufels." Ich glaube, diese Römer fürchten jeden, der nicht zu ihrem Stamm gehört. Ich habe auch gehört, wie sie Euch manchmal nennen, und finde, dass das eine Schande ist. Ihr seid wirklich nett und sympathisch und gar nicht so wie sie sagen."
Was er die Römer über Lucrezia Borgia hatte sagen hören, wollte er lieber für sich behalten, um sie nicht zu verletzen. Teufelshure, Buhlin ihres Bruders Cesare, Höllendämon, eine zweite Lilith, so nannten die Römer sie, und setzten die absurdesten Gerüchte in die Welt.
Als sie ihn fragte, wie sie denn weiterleben sollte, wenn er denn zurück in seine Heimat ginge, und ihn fragte, ob er ihr dieses Couscous dann schicken würde, blickte er ihr tief in die Augen.
"Ich denke, dass ich noch viele Jahre hierbleiben werde, Lucrezia. Wisst Ihr, mein Bruder würde mich sofort ermorden lassen, sobald ich wieder in der Heimat angelangt bin. Es wird Jahre dauern, bis ich es mir leisten kann, ein Heer anzuwerben, das mich im Kampf gegen ihn unterstützt. Ich habe zwar großes Heimweh, doch Eure Gesellschaft wird mir meinen Aufenthalt hier sicherlich versüssen."
"Unser Gott ist ganz anders"; meinte er dann schmunzelnd, bei uns gibt es dieses FEuer nicht, wenn wir sterben, kommen wir in Allahs Paradies, wo schöne Frauen uns Gesellschaft leisten und wir essen und trinken können soviel wir wollen, ohne dass es uns übel wird. Und jetzt, da ich hier so mit Euch sitze, erscheint es mir fast so, als wäre ich schon in diesem Paradies."
IHm gefiel es, dass sie so offen redete, denn von den Frauen seiner Heimat, die meistens schüchtern ihren vom Schleier umhüllten Blick senkten, gab es so etwas nicht.
"Wisst Ihr, in meiner Religion ist das Weintrinken verboten, und ausserdem ist es uns an den Fastentagen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verboten, etwas zu essen oder zu trinken. Heute ist so ein Fastentag...doch ich glaube auch nicht, dass Allah von mir verlangt, dass ich hungere...ich meine, was hätte den ein Gott davon, einen so leiden zu sehen? Für die Frauen meiner Religion gibt es ein weiteres Verbot, sie müssen verschleiert herumlaufen, dürfen ihr Gesicht nur zu Hause, vor ihrem eigenen Mann zeigen. Ich halte nicht viel davon, weil viele so ihre Schönheit verstecken müssen. Ich bin wirklich froh, dass Ihr keine Muslimin seid, und Euch nicht zu verschleiern braucht."
Er fand, dass die Papsttochter wirklich wunderschön war, und genoss es, mit ihr so viel Zeit zu verbringen.

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13. Dez 2011, 23:15
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Clarissa

Aufmerksam hörte sie ihrem Cousin zu, wie ihr dieser zustimmte und erklärte wie die Römer damals den Menschen ihren Glauben aufgezwungen haben. Niemals hätte sie gedacht, dass solche Worte aus dem Munde eines Geistlichen kommen würden. Doch Cesare war schon immer anders gewesen als die anderen. Schon als Kind war er häufig sehr ernst und grüblerisch gewesen, auch wenn seine Gedanken damals gewiss noch nicht solche waren wie diese, die ihn jetzt beschäftigten.

„ Ich fürchte die Entdeckung der neuen Welt, die Columbus so viel Ruhm und Ansehen verschafft hat, wird für die Menschen dort der Weg direkt in die Hölle werden. Man sagt, es wären Wilde. Heiden die ohne jeglichen christlichen Glauben sind. Aber ich frage mich, wer denn wirklich sagen kann ob diese Menschen dort, so viel anders sind als wir und ob ihr Glaube nicht vielleicht viel mehr Liebe und Verständnis für andere beinhaltet. Der Gedanke das man diese Menschen wenn sie sich der Kirche nicht unterwerfen wollen, alle töten wird dann frage ich mich wie die Verantwortlichen, sollten sie wirklich eines Tages vor ihrem Schöpfer stehen, ein solches Blutvergießen rechtfertigen wollen. Manchmal frage ich mich, ob nicht die Erde die Hölle ist und ob die Dämonen die dort auf die unschuldigen Seelen warten, nicht die Menschen sind die anderen ihren Willen aufzwängen oder sie ansonsten töten. Kann denn die Hölle wirklich so viel schlimmer sein, als unsere Welt?“

Es war schön, einmal über all das was sie in Wahrheit glaubte, mit einem Gleichgesinnten zu philosophieren. Doch bereits in Kindertagen waren es immer Clarissa und Lucrezia gewesen, die zu Cesare einen Draht gefunden hatten, wenn er in seiner grüblerischen Phase gesteckt hatte und jetzt war es genauso, nur das die Gedanken zuerst von ihr ausgesprochen waren.

Clarissa lachte, als Cesare sagte das es ein Glück für alle wäre, dass Juan und Orsino sich nicht darüber bewusst waren, wie gut sie eigentlich miteinander harmonieren würden, wenn sie nur bereit dazu wären sich dies einzugestehen.

„ Denkst du, es wäre gefährlich wenn die beiden sich verbünden würden?“ fragte die junge Frau nun wieder ernst und schaute ihren Cousin fragend an. Es war ein Jammer das sie so lange fort gewesen war, dass sie nun von Menschen die sie aus Kindertagen kannte, nicht die leiseste Ahnung hatte. Außerdem war es schade das sie nicht erleben konnte, wie aus dem hübschen spanischen Jungen ein so imposanter und charismatischer Mann geworden war.

Als Cesare ihr von dieser Giulia erzählte, ergriff sie seine Hand und drückte sie leicht um ihn zu zeigen, dass sie ihn verstand. Auch als Kinder hatten sie es so getan, nur das sie damals nicht dieses Herzrasen gehabt hatte. Ihr Körper kribbelte angenehm, als sie seine Hand hielt. Ein völlig neues Gefühl, für die schwarzhaarige junge Frau.

„ Ich kann dich gut verstehen, du hast deiner Mutter immer schon sehr nahe gestanden und welches Kind möchte schon erleben, wie eine andere Frau den Platz der Mutter einnimmt? Das ist einfach unvorstellbar. Aber…“ Clarissa überlegte kurz. Sie hatte ihren Onkel in den letzten Jahren nur ab und an gesehen, wenn er dem Kloster welches ihm unterstellt war und in dem Clarissa erzogen worden war, einen Besuch abgestattet hatte. Daher konnte sie sich nur schwer ein Bild von dem Mann machen, der nun auf dem Stuhl des Papstes saß. Doch früher da hatte er Vanozza ganz ohne Zweifel sehr geliebt. Ja regelrecht vergöttert. Stolz hatte er sie auf Bankette oder zu Festen mitgenommen, ohne das er einen Gedanken daran verschwendet hatte das man über den Kardinal und seiner öffentlich zur Schau getragenen Mätresse tuscheln könnte. Doch jetzt wo Rodrigo Borgia Papst war, würde sich sicherlich vieles ändern und das wohl nicht nur zum Guten.

„ Wovon wohl eine leidenschaftliche Predigt bei der deine Gedanken bei mir sind, wohl handeln könnte? „ fragte Clarissa und schaute ihren Cousin mit einem schalkhaften Blick aus ihren braunen Augen an. Vielleicht würde sie sich seine nächste Predigt anhören. Es wäre sicher wahnsinnig spannend ihn auf der Kanzel zu sehen. Auch wenn es ihr schmerzhaft bewusst machen würde, dass er für sie unerreichbar war, denn als Kardinal durfte er nicht heiraten. Und auch öffentlich eine Beziehung zu einer Frau, durfte er als Sohn des Papstes sicherlich nicht eingehen .

„ Wenn du Papst wärst, dann wäre es für die Menschen sicherlich eine Offenbarung, wenn du ihnen erlauben würdest sich selbst ein Bild über das zu machen was in der Bibel steht und wenn du ihnen ein Bild von einem Gott vermittelst, der die Menschen mit ihren Fehlern und Schwächen so liebt, wie ein Vater es tun sollte. Aber mir, würde es sicherlich das Herz brechen weil ich, auch wenn ich nicht so gläubig bin wie man es von der Nichte des Papstes erwartet, dennoch vor deinem Amt zu viel Respekt hätte um meinen Gefühlen für dich, freien Lauf zu lassen.“

Niemals hätte sie gedacht, dass die Begegnung mit Cesare solche Gefühle in ihr auslösen konnte. Sie hatte sich zwar sehr darauf gefreut, ihn und seine Schwester Lucrezia wieder zu sehen, doch sie hätte nicht im Traum daran gedacht, dass er so etwas wie Verlangen und Leidenschaft in ihr auslösen konnte. Doch nichts desto Trotz, war genau das passiert. Jede seiner kleinen Berührungen ließen Clarissa erschaudern und seine Küsse fühlten sich an, als sei sie vom Blitz getroffen worden.

Die junge Frau wusste, dass es wenn sie dem was sie taten keinen Einhalt gebot , gleich etwas geschehen würde wofür sie beide zunächst exkommuniziert und anschließend bestraft würden. Doch der Wunsch jetzt nicht aufzuhören, sondern ihrer Sehnsucht nachzugeben war stärker als die Angst davor erwischt zu werden.
Schon immer hatte Clarissa Orsini das Abenteuer und die Gefahr geliebt und Cesare war ganz sicher ein Mann der beides herausforderte. Vielleicht schaffte er es seine Schäfchen oder die anderen Kardinäle zu täuschen, doch wer ihn genau ansah der würde wenn er das Feuer in seinen unergründlichen dunklen Augen sehen würde, ganz genau wissen das unter der Kardinalshülle ein Vulkan brodelte der nur darauf wartete, in jeglicher Weise ausbrechen zu dürfen. Auch wenn er ein freier Mann war, so war Cesare letzlich nichts anderes als ein Gefangener des Ehrgeizes seines Vaters der ein Leben führen musste, welches er zutiefst verabscheute.
Beinah kam es ihr so vor, als hätte Cesare nur darauf gewartet eine verwandte Seele zu finden, in deren Armen er sowohl körperlich wie auch geistig ausbrechen durfte. Und nur zu gern, würde sie diese Seele sein und da er sie als Kardinal nicht heiraten durfte, würde sie sogar ihre neugewonnene Freiheit nicht gefährden. Wobei Clarissa sich sicher war, dass Cesare nicht zu den Männern gehörte die eine Frau in einen goldenen Käfig sperrten.

„ Bist du sicher, dass uns hier niemand entdecken wird, Cesare?“ fragte sie zwischen zwei Küssen. Für Clarissa war klar das sie dieses Baumhaus nicht wieder als Jungfrau verlassen würde, und sie wollte es auch gar nicht. Aber sollte es hier nicht sicher sein, dann wäre ein anderer Ort sicherlich besser, auch wenn sie jetzt schon kaum noch an sich halten konnte und ihre Hände sich bereits einen Weg unter den Talar des jungen Kardinlas gesucht hatten. Forschend und neugierig wanderten ihre Hände über seinen Körper und sie war sich sicher, dass es sein musste wie ein Ausflug ins Paradies wenn sie in den muskulösen und starken Armen Cesares lag.

Lucrezia folgt...

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(unbekannter Verfasser)


17. Dez 2011, 15:19
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