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 Rpg: Die Borgias 
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

Er wusste leider zu genau, dass Clarice Recht hatte, dass es schwierig sein würde, seinen Vater dazu zu überreden, Clarice vorerst nicht zu verheiraten. Bisher war es ihm ja nicht einmal gelungen, den Vater zu überreden, ihn anstatt Juan den Oberbefehl über die päpstliche Garde zu geben. Es war alles andere als leicht, Rodrigo Borgia zu etwas zu überreden, was seinen Plänen widersprach, doch er wollte Clarice Mut machen.
"Ich würde einfach nicht lockerlassen, bis er mir verspricht, dich nicht zu verheiraten, Cousine, und wenn ich ihm tagelang auf die Nerven fallen muss. Irgendwann wird er zustimmen, und sei es nur, damit ich wieder Ruhe gebe."
Als Lucrezia die Cousine aufzumuntern versuchte, indem sie ihr sagte, dass man möglicherweise auch einen hübschen Jungen Mann für sie ins Auge gefasst haben könnte, spürte er einen Stich der Eifersucht, denn ihm gefiel der Gedanke nicht, Clarice mit einem der jungen Adeligen glücklich und verliebt zu sehen. Seltsam....er war doch nicht in sie verliebt, immerhin war sie seine Cousine..wieso empfand er es dann so?
"Diese Italiener, sie sind so verlogen"; stimmte er Clarice schliesslich zu, "sie verachten uns wegen unserer spanischen Herkunft, und dabei vergessen manche Kardinäle, dass ihre Vorfahren vor zwei oder drei Generationen noch Krämer oder Hurenwirte gewesen sind. Und solche behaupten von sich, dass ihre Kinder zu gut dafür wären, Ehen mit uns Borgias einzugehen. Ja, ich fände es schade, wenn mein Vater dich an einen solchen Römer verheiratet, selbst wenn er jung und schön wäre, würdest du gewiss nicht glücklich werden, denn er würde dich immer spüren lassen, dass er sich für etwas Besseres hält."
Er fand es sehr traurig, mitzuerleben, wie sein Vetter sich entwickelt hatte.
"Ja, aus Orsino hätte so ein wunderbarer Mensch werden können, wenn diese Hexe Onkel Ludovico die Erziehung überlassen hätte, der Arme durfte ja nicht eine einzige Entscheidung, die seinen Sohn betraf, treffen, und Adriana tat alles, damit vater und Sohm möglichst selten zusammenkamen und irgendwann fing sie sogar an, Orsino gegen seinen Vater aufzuhetzen. Nein, ihr war nicht bewusst, was sie an Onkel Ludovico hatte."
Ja, da war immer noch diese besondere Verbindung unter ihnen, die sie schon als Kinder gehabt hatten, das war in diesen acht Jahren, in denen sie im Kloster gewesen war, nicht verloren gegangen, es war noch fast genauso wie damals.
"Ich glaube, wenn sie die Herrscherin über die Kakerlaken wäre, wäre das Kloster bald ungezieferfrei"; scherzte er und grinste dabei schelmisch.
Dann hörte er auf einmal Clarices Stimme, und was er sagte, ließ ihn leicht erröten, obwohl er sonst nicht so leicht in Verlegenheit zu bringen war.
Nun Orsino hat es bestimmt auch nötig, für gewisse Dinge zu zahlen. Aber ich denke nicht, das du es nötig hättest dafür zu bezahlen, wenn dir danach wäre eine Frau zu haben. Selbst unter deiner Kardinalsrobe ist deutlich zu erkennen das du mehr Mann bist, als Orsino jemals werden kann.“
Als er das hörte, begann er sich zu fragen, ob sie gerade ähnlich empfand wie er, ob auch sie diese seltsame, geradezu magische Anziehung zwischen ihnen spürte. Zunächst wusste er nicht, was er antworten sollte, und lächelte verlegen, dann meinte er:
"Nun, ich würde auch niemals dafür bezahlen, ich gehe nicht zu den SChlupfhuren, so wie Orsino das tut. Ich schenke mein Herz lieber nur einer Frau, und es sollte eine so besondere Frau sein wie du, Cousine."
Doch als er das ausgesprochen hatte, wurde ihm plötzlich klar, dass er damit mehr über seine Gefühle preisgegeben hatte, als er es eigentlich vorgehabt hatte, und er korrigierte sich rasch:
"Ich meinte damit...dass ich...ähm..ja, dass ich hoffe, eines Tages eine so wunderbare Frau wie dich kennenzulernen, Cousinchen."
Sie wich seinem Blick aus, war sie womöglich gerade genauso verlegen wie er?
Um von seiner Verlegenheit abzulenken, brachte er das Gespräch rasch wieder auf den großen Leonardo Da Vinci.
"Meister Leonardo wird sich in diesem Falle gewiss freuen, dich kennenzulernen, er tut nichts lieber, als stundenlang mit Eingeweihten über seine Bilder zu diskutieren, und ich bin sicher, dass es ihm eine Freude wäre, ein Porträt von dir zu malen."
Als Clarice dann sagte, dass sie sich in das Baumhaus flüchten würde, falls sie wirklich verheiratet werden sollte, und Lucrezia versprach, ihr dann immer zu essen zu bringen, versprach auch er ihr Beistand.
"Ich würde auch jeden Tag zu dir kommen und dir Bücher und Kosmetika bringen, und was du sonst noch brauchst. Hier findet dich niemand, denn mein Vater und Adriana kennen dieses Versteck nicht. Hier waren wir ja schon als Kinder sicher, wenn sie nach uns suchten, weisst du das noch?"

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28. Nov 2011, 23:23
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Lucrezia & Clarissa

Kam es Lucrezia nur so vor, oder war da etwas zwischen ihrem Lieblingsbruder Cesare und ihrer Cousine und alten Kinderfreundin Clarissa?

Lucrezia verstand noch nicht allzu viel von diesen Dingen, zwar schwärmte sie für den Prinzen Djem aus dem fernen Orient, doch ansonsten war sie in Liebesdingen noch völlig unschuldig.

Dennoch hatte die junge Frau das Gefühl, das zwischen den beiden irgendetwas war. Sie wagten es kaum sich anzusehen und dann diese Bemerkungen, das Cesare es nicht nötig hätte für Liebesdienste zu bezahlen und das er sein Herz nur einer Frau wie Clarissa schenken würde.

Die blonde Papsttochter lächelte. Ihr gefiel der Gedanke das die beiden sich lieben könnten und vielleicht einmal heiraten würden. Aber in Anbetracht dessen das Cesare Kardinal und somit nicht für eine Ehe frei war und die Tatsache das man die Familie Borgia und ihre Verwandtschaft mit weiteren einflussreichen italienischen Familien verheiraten.

Interessiert beobachtete sie die beiden nun weiterhin, ohne erst einmal etwas zu sagen.

Etwas das Cesare gesagt hatte, irritierte Clarissa. Er wollte eine Frau kennenlernen, wie sie es war?
„ Wenn das kein schlechtes Kompliment war, mein lieber Cesare. Immerhin bist du Kardinal und wenn du hoffst nur Frauen wie mich kennen zu lernen, dann musst du mich ja wesentlich schrecklicher finden, als du es zeigst.“ Versuchte sie nun irgendwie die Situation ein wenig aufzulockern.

Warum machte er sie nur so nervös? Sie kannten sich schon immer. Sie hatten gemeinsam gespielt, sich gegenseitig Streiche gespielt und immer wieder zusammengehalten, wenn einer von ihnen Ärger bekommen hatte oder Traurig war.

Warum nur, fühlte es sich jetzt so anders an?

„ Wollen wir hoffen, dass euer Vater ein Einsehen hat und mit der Präsentation eines Ehemannes für mich wartet, bis Meister Leonardo wieder abgereist ist. Ich denke er würde nur ungern in ein Baumhaus im Vatikangarten klettern, um mit einer ehemaligen Novizin auf der Flucht vor einem Ehemann über seine Kunst zu diskutieren. „

Clarissa lachte, ehe sie ernst weiter sprach:“ Aber ich möchte euch trotzdem danken, das ihr versprecht zu mir zu halten. Möglicherweise werde ich darauf zurückkommen müssen und dann, seid ihr meine einzige Chance. „
Lucrezia trat dichter an die Schwarzhaarige heran und streichelte sanft über ihre Schultern:“ Auf mich kannst du wenn es sein muss ganz bestimmt zählen. Aber ich denke du wirst zwischen mehreren Männern wählen können und dann ist bestimmt einer dabei, der dir gefallen wird.“

Clarissa atmete tief durch und schloss die Augen, ehe sie ausweichend antwortete:“ Sicher, du hast bestimmt recht.“ Nur mühsam gelang es ihr, ihre Cousine anzulächeln, die den Ernst der Lage anscheinend noch nicht wirklich verstanden hatte. Dann traf ihr Blick den ihres Cousins. Clarissa errötete, warum konnte er nicht der Mann sein der für sie bestimmt war?

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29. Nov 2011, 15:57
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

Obwohl er es nicht wollte, spürte er, wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg und er errötete. Wie peinlich er das fand...es war ihm bisher noch nie passiert, das er rot wurde, wenn ihm eine Frau gefiel, und noch dazu bei seiner eigenen Cousine...er war ganz froh, als sie einen Scherz machte, um von dem heiklen Thema abzulenken.
„ Wenn das kein schlechtes Kompliment war, mein lieber Cesare. Immerhin bist du Kardinal und wenn du hoffst nur Frauen wie mich kennen zu lernen, dann musst du mich ja wesentlich schrecklicher finden, als du es zeigst"; sagte sie zu ihm, und er lächelte verlegen als er das hörte.
"Ich finde dich alles andere als schrecklich, Cousinchen, und ich werde bestimmt keine finden, mit der ich so interessante, tiefschürfende Gespräche führen kann wie mit dir. Stell dir vor, es gibt hier in Rom junge Frauen, die noch nie von Leonardo Da Vinci gehört haben, und sich nur für Mode und Schmuck interessieren. Da könnte eine zehnmal wie du aussehen, so eine Frau wäre nichts für mich. Weisst du...wenn du nicht meine Cousine wärst..."
Er merkte, dass auch sie nervös war, und fragte sich, ob er damit zuviel gesagt hatte...denn nun wusste sie genau, was er fühlte. Warum war nur alles so anders als während ihrer Kindheit?
"MAch dir darum keine Sorgen, Vater wird vorerst niemanden für dich suchen...dazu ist er im Moment viel zu beschäftigt, er muss ja all die Kardinäle, die er während der Wahl bestochen hat, besänftigen, weil er noch nicht sämtliche Versprechungen, die er ihnen gab, erfüllen kann oder will, da wird er sich um dich im Moment erst einmal keine Gedanken machen."
Ihm fiel auf, dass sie genauso rot im Gesicht war wie er, in ihr schien gerade dasselbe vorzugehen wie in ihm.
Da nahm er einfach ihre Hand und drückte sie sanft.
"Ich werde niemals zulassen, dass dir ein Leid geschieht, Cousine, und solange ich dich vor einer Heirat bewahren kann, werde ich das natürlich tun"; sagte er und blickte ihr fest in die augen.

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29. Nov 2011, 18:05
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Clarissa & Lucrezia


Clarissa fand es wirklich erstaunlich, das in der großen Stadt Rom viele Frauen noch nie etwas von Leonardo da Vinci gehört haben sollten. Selbst sie hatte von ihm gehört und das obwohl Clarissa Orsini die letzten sieben Jahren hinter Klostermauern verbracht hatte.
Da sie keine Novizin, sondern nur ein einfacher Zögling gewesen war, hatte man sie anders unterrichtet als die Mädchen die dazu bestimmt waren, ihr Leben gänzlich Gott zu widmen.
Clarissa hatte Latein, Französisch und Griechisch gelernt, war in Politik unterrichtet worden und hatte das lesen, schreiben und rechnen gelernt. Auch Geschichtsunterricht hatte dazu gehört.
„ Wirklich? Ich meine da Vinci ist in aller Munde, nicht nur weil er ein großer Künstler ist, sondern auch wegen seiner bahnbrechenden Erfindungen. „
„ Aber man sagt, vieles von dem was er tut, sei Teufelswerk. Deshalb haben viele Menschen Angst vor ihm.“ Erklärte Lucrezia.
„ Aber er ist ein Genie, wie kann man sich vor dem Fortschritt nur fürchten? Ich finde die Welt ist voller Geheimnisse und sie ist begierig das sie sie der Menschheit preis geben kann.“ Clarissas Augen funkelten, sie war völlig in ihrem Element.
Plötzlich hielt sie inne und machte einen Schritt, auf den jungen Kardinal zu:“ Was wäre denn, wenn ich nicht deine Cousine wäre? „ Zwar fürchtete sie ein wenig seine Antwort, doch sie fühlte sich von ihm beflügelt, da er die selben Gedanken und Ideen hatte, wie sie selbst. Außerdem war er Kardinal, sie konnte also wohl ein wenig mit ihm flirten, ohne das er es ernst nehmen würde und vielleicht würde es ihr ja helfen, sich ihm gegenüber nicht mehr zu fühlen, als müsse sie unter seinen Blicken im Boden versinken oder ihn auf der Stelle um den Hals fallen und küssen.
Was sie fühlte verwirrte sie selbst und sie war fest entschlossen diesen Zustand zu ändern. Immerhin würden sie nun wieder alle zusammen unter dem Dach ihrer Tante leben und da konnte sie schlecht bei jeder Gelegenheit erröten . Wenn sie sich nicht zusammen nahm und ihre Tante etwas von Clarissas widersprüchlichen Gefühlen ihres Cousins Cesare gegenüber etwas mitbekam, dann würde diese, möglicherweise noch den Papst davon unterrichten, der dann womöglich den erst besten aussuchte, um die junge Orsini zu verheiraten und wieder los zu werden.
Nein, dass wollte Clarissa auf keinen Fall. Sie wollte in der Nähe Cesares bleiben, mit ihm gemeinsam über Leonardo und über die Alchemie reden und auch Lucrezia nicht wieder hergeben.
Also musste sie wohl lernen mit dem was sie empfand um zu gehen und das so schnell wie möglich.
Doch leider arbeitete ihr Körper langsamer als ihr Verstand, noch immer errötete sie bei jedem seiner Blicke, bis ihr schließlich die rettende Idee kam. Mit beiden Händen fächelte sie sich Luft zu und sagte einfach:“ Ich weiß nicht ob mich die Reise mehr angestrengt hat, als ich dachte oder ob es am Wetter liegt. Mir ist völlig warm, ich bekomm kleine Schweißausbrüche.“
„Ich finde es eigentlich ganz angenehm. Aber vielleicht bist du die warmen Temperaturen hier in Rom nicht mehr gewöhnt.“ Erwiderte Lucrezia, die die beiden immer noch genau beobachtete, sich aber mehr zurück hielt.
„ Dein Wort in Gottes Ohr, Cesare. Und ich nehme mal an, so wie du aussiehst hast du einen guten Draht zu ihm. Ich hätte nichts dagegen wenn seine Heiligkeit es mit meiner Vermählung nicht allzu eilig hätte.“ Sagte Clarissa und setzte sich auf den staubigen Boden des Baumhauses. Ihr Cousin setzte sich neben sie und drückte fest ihre Hand, wobei er ihr versprach sie so lange es in seiner Macht stand, vor einer Vermählung und vor jeglichem Leid zu bewahren.“
Im ersten Augenblick zuckte ihre Hand, als die seine sie berührte. Clarissa wurde heiß, und als der Dunkelhaarige ihr in die Augen sah war sie froh das sie saß. Cesares Blick ging ihr unter die Haut und sie fragte sich ob ein Kardinal ein solches Feuer in seinen Augen haben durfte. Sie musste tief einatmen und sich räuspern, ehe sie ihm antworten konnte:“ Dieser Satz war sehr interessant. Du willst nicht zulassen das mir ein leid geschieht und das ich deshalb nicht heiraten muss. Hast du deshalb diese Robe, weil die Ehe ein Leidenszustand in deinen Augen ist?“
Sie wusste das es nun an der Zeit war seine Hand wieder los zu lassen, aber das wollte sie nicht. So lange Cesare sich nicht von ihr lösen würde, würde sie es bestimmt nicht tun. Sie fragte sich was wohl passieren würde, wenn Lucrezia nicht da wäre und sie schämte sich beinah vor sich selbst, als ihre Gedanken in eine Richtung steuerten in die sie noch nie gekommen waren.

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30. Nov 2011, 17:55
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

Ihm gefiel es, dass er sich mit Clarice über diese Themen, die ihn so sehr interessierten unterhalten könnten, wenn es um Wissenschaft ging, hätten sich die meisten Frauen eher gelangweilt.
"Die Menschen bezeichnen immer all jenes, was ihnen Angst macht als Teufelswerk. Selbst uns Borgias nennen sie manchmal die Abkömmlinge des Teufels...weil sie uns nicht kennen und uns fürchten. Da Vincis Erfindungen sind einfach nur genial zu nennen. Wisst Ihr, ich stehe mit ihm in regem Briefkontakt, und habe ihm eine Zeichnung von einem Fluggerät geschickt, und er schrieb mir zurück, er hätte dieses nach meinen Entwürfen nachgebaut, und wolle es mitbringen, wenn er herkommt. Ob es wirklich fliegt, das wird sich erst noch zeigen müssen...auf jeden Fall hätte ich noch weitere Ideen, die umgesetzt werden könnten...stellt euch nur vor, wie es wäre, wenn Menschen miteinander sprechen könnten, obwohl sie weit voneinander entfernt sind..wenn ich beispielsweise mit dir oder mit Lucrezia sprechen könnte, obwohl ihr hier in Rom und ich beispielsweise in Neapel bin....ich hätte da auch ein paar Ideen, wie man so ein Sprechgerät bauen könnte, aber natürlich ist nicht gewiss, ob das auch funktioniert."
Als Clarice ihn dann fragte, was denn wäre, wenn sie nicht seine Cousine wäre, lächelte er und blickte sie verträumt an.
"Nun, in diesem Fall würde ich um dich werben und inständig hoffen, dass du irgendwann meine Frau wirst. Ich weiss, es muss seltsam für dich klingen, aber irgendwie empfinde ich mehr für dich, als man für seine Cousine empfinden sollte."
So, nun war es heraus, und seltsamerweise fühlte er sich erleichtert, dass er den Mut gehabt hatte, es auszusprechen.
Als sie sagte, ihr wäre heiss, und sie bekäme Schweißausbrüche, da erkannte er nicht, dass sie eigentlich nur über ihr Erröten hinwegtäuschen wollte, und machte sich große Sorgen.
"Ist es sehr schlimm, Cousine?", fragte er und musterte sie besorgt, "denn er befürchtete, dass sie auf der Reise nach Rom an Malaria erkrankt sein könnte, denn da es hier im Sommer sehr heiß war, gab es viele Tsetsefliegen hier, und jeden Sommer erkrankten viele Menschen an der Malaria.
"Willst du dich vielleicht ein wenig hinlegen? Ich könnte den Arzt holen, damit er dich untersucht..."
Dann kam sie wieder auf seinen Vater zu sprechen.
"Nun, ich habe zwar einen guten Draht zu ihm, aber es könnte besser sein...Juan war immer sein Liebling..ihn hat er zum Gonfaloniere der päpstlichen Garden ernannt, und das obwohl ich der Ältere bin...und ich finde, Juan hätte besser in die kirchliche Laufbahn gepasst, denn als Kardinal hätte er viel Zeit gehabt, um das zu tun, was er am liebsten tut...herumhuren und Würfelspielen und Trinken. Ich ahne schon jetzt, dass durch ihn die päpstliche Garde erheblich geschwächt wird, denn ein Mann, der selbst keine Disziplin kennt, wird diese auch nicht unter seinen Männern aufrechterhalten können."
Dann ging er noch auf ihre Frage ein, sah ihr dabei tief in die Augen.
"Nein, diese Robe trage ich, weil mein Vater mich dazu gezwungen hat. Ich denke, dass die Ehe etwas Wundervolles sein kann, wenn man die richtige Frau dafür findet. Ich fühle mich nicht für eine kirchliche Laufbahn berufen, und ich hoffe, dass Vater das auch noch einsehen wird."
Ihm war klar, dass er als Kardinal niemals würde heiraten dürfen, und das machte ihn wütend und traurig, denn er wollte nicht wie sein Vater die Frau die er liebte als Mätresse halten, das könnte er einer Frau niemals antun.

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1. Dez 2011, 10:30
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Clarissa & Lucrezia

Die Abneigung der Römer gegenüber den spanischen Emporkömmling Rodrigo Borgia und seiner Nachkommenschaft, war Clarissa selbst hinter den Mauern des Klosters zu Ohren gekommen.
„ Ja, ich weiß. Die Borgias haben einen sehr berüchtigten Ruf. Man könnte fast annehmen, dass die Welt nur aus friedlich grasenden Lämmchen existiert hat, ehe die bösen Borgias auf der Bildfläche erschienen. Als würden die anderen großen italienischen Familien es anders machen. Aber das sind eben keine Spanier, so wie wir. „
Zwar war Carlotta Orsini nur halbe Spanierin und zur anderen Hälfte Römerin, doch das fiel für viele Römer unter Blutschande. Seit Ewigkeiten hassten die beiden Nationen einander und ein Kind das beide Nationen ineinander vereinte, wurde auf beiden Seiten nicht gern gesehen. Man gehörte nicht dazu. Weder zu den einen, noch zu den anderen.
Clarissa bekam große Augen, als Cesare ihr von den Dingen erzählte die er sich in seinem hübschen Kopf ausgedacht hatte. Lucrezia gähnte und hielt sie theatralisch die Hand vor dem Mund:“ Siehst du, ich kann bei seinen geistigen Höhenflügen sehr gut Unterstützung gebrauchen. Ich liebe meinen Bruder, aber manchmal überfordert mich seine rege Fantasie schon ein wenig, wenn ich ehrlich sein soll.“
„ Ich bin sprachlos.“ Gab Clarissa zu. „ Aber ich muss sagen es wäre in der Tat interessant wenn man sich miteinander unterhalten könnte, auch wenn man voneinander getrennt ist. Und dieses Fluggerät, musst du mir unbedingt zeigen.“
Ihre Augen funkelten vor Begeisterung und Bewunderung. In der Zeit in der sie fortgewesen war, hatte Cesare sich wirklich zu einem außerordentlichen Mann entwickelt.
Sprachlos blickte sie ihn an, als er sagte wenn er kein Kardinal wäre dann würde er um sie werben und das er mehr für sie empfand, als er für seine Cousine empfinden sollte.
Lucrezia kicherte, sie hatte sich also doch nicht getäuscht. „ Ich werde mich mal in die Vatikansküche schleichen und schauen, ob ich ein kleines Picknick zusammen stellen kann. Ich für meinen Teil, habe nämlich so einen Hunger das ich ein ganzes Pferd verdrücken könnte.“ Sagte sie zwinkernd und kletterte nach unten.
Grinsend lief sie zurück in Richtung Vatikan und bedauerte es ein wenig nicht Mäuschen bei ihrem Bruder und ihrer Cousine spielen zu können. Doch sie hatte das Gefühl gehabt, das es für die beiden besser war, nun allein zu sein.
Außerdem würde sie nicht ewig weg bleiben, aber sie würde sich auch nicht übermäßig beeilen.
Nun waren sie allein. Clarissa wusste gar nicht, wie sie sich verhalten sollte. Cesares Worte hatten sie zu tiefst verwirrt, ihr jedoch auch bewusst gemacht, was sie selbst in seiner Nähe spürte.
„ Nein, nein es geht schon. Ich brauche keinen Arzt, wirklich nicht. Nur ein wenig Ruhe.“ Antwortete sie schnell, als Cesare sich um sie sorgte. Eigentlich ging es ihr ja hervorragend, nur das sie in seiner Nähe zusehends unruhiger und nervöser wurde.
Clarissa legte sich auf die alte Matratze, damit Cesare zu frieden war und hörte ihm weiterhin zu.
Ganz offensichtlich litt Cesare darunter das er in die Fußstapfen seines Vaters treten musste und das dieser seinen Bruder bevorzugte. Er tat ihr leid, anscheinend meinte das Schicksal es auch nicht immer mit den Männern gut.
„ Klingt ganz so, als hätte Juan sich nicht wirklich verändert. Ihr wart schon immer sehr unterschiedlich und ich finde es unfair das man dich einfach mit der Kirche verheiratet hat.“ Sagte sie ernst und strich ihrem Cousin eine seiner dunklen Locken aus dem Gesicht. Scherzhaft fügte sie hinzu:“ Allerdings kann diese Ehefrau auch nicht mit dem Nudelholz hinter der Tür auf dich warten, wenn du zu spät nach Hause kommst. Und Juan wird so etwas ganz bestimmt eines Tages blühen, wenn er sich nicht ändert.“
Als er sagte, er hoffte das sein Vater noch einsehen würde das er nicht für eine kirchliche Laufbahn geboren sei, hoffte sie das er damit recht hatte. Es war nicht recht, einem anderen seinen Willen aufzuzwingen und zu bestimmen wie sein Leben aus zu sehen hatte:“ Ich hoffe du bist dir bewusst das du in mir eine hartnäckige Werberin gefunden hast und…“ nun blickte sie Cesare schelmisch von der Seite her an:“ .. ich besitze ein Nudelholz.“

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1. Dez 2011, 18:55
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

"Ja, die meisten dieser alteingesessenen Familien wie die Orsinis und die della Roveres tun so, als ob sie was Besseres wären als wir Borgias, und das nur, weil sie schon hier in Rom waren, als Nero regierte, und ihm wahrscheinlich regelrecht in den Hintern krochen. Und jetzt reden die sich ein, die nächtlichen Morde in Rom hätten erst begonnen, als wir Borgias herkamen, dabei haben wir damit gar nichts zu tun. Also ich bin jedenfalls stolz darauf, ein Borgia zu sein, ganz gleich was sie sagen."
Als sie dann von den Erfindungen sprach, nickte er lächelnd.
"Ja, ich zeige dir das Gerät nur zu gerne...und vielleicht können wir ja sogar einmal einen Flug damit wagen, sobald es funktionstüchtig ist. Ich würde gerne einmal mit dir gemeinsam die Welt von oben sehen, und das nicht erst, wenn wir irgendwann in den Himmel auffahren"; meinte er verschmitzt lächelnd.
Irgendwann sagte Lucrezia dass sie Hunger hätte und verließ das Baumhaus. Er war darüber ganz froh, obwohl er sonst gerne Zeit mit seiner Schwester verbrachte, aber irgendwie sehnte er sich danach, Zeit mit Clarice alleine zu verbringen, damit sie sich in Ruhe unterhalten konnten. Womöglich ahnte Lucrezia ja was in ihm vorging, und wollte ihm die Gelegenheit geben, ein wenig mit der Cousine alleine zu sein.
ER war wirklich erleichtert, als Clarice sagte, dass sie keinen Arzt brauchte, denn das gab ihm die Gelegenheit, noch ein wenig mit ihr hierzubleiben.
Bei dem Gedanken an einen Juan, auf den eine Ehefrau mit einem Nudelholz in der Hand spät in der Nacht zuhause wartete, musste er grinsen.
"Falls Vater Juan verheiratet, wird seine Gattin ihn wohl jede Nacht mit dem Nudelholz in Empfang nehmen...wenn er aus dem Hurenhaus kommt."
Er nahm einfach ihre Hand und drückte sie sanft. "Also in deinem Fall würde ich mich über eine hartnäckige Werberin freuen..und das Nudelholz wirst du nicht brauchen...denn wer dich als Frau hat, der hat es nicht nötig, sich nachts in den Straßen von Rom herumzutreiben...ach, ich weiss es klingt verrückt...aber ich glaube, ich bin dabei, mich in dich zu verlieben."
Wie gut dass sein Vater jetzt nicht da war, dachte er, der Papst wäre bestimmt entstetzt gewesen und hätte ihn sofort zur Rede gestellt.

Djem

Der junge Prinz aus dem Orient saß draußen auf der Wiese vor dem Eingang, der zu den vatikanischen Gärten führte, auf einem weichen Samtkissen, und ließ von seinen Dienern unter einem Baldachin allerlei orientalische Spezialitäten wie Feigen im Speckmantel, Loukum, süss gefüllte Täubchen, Couscous, Halva und leuchtend gelben Safranreis mit Rosinen auftragen, und noch etliche grüne, mit Feigen gefüllte Gebäckstücke. Hier draußen gab es einen plätschernden Springbrunnen und auch einige Palmen, so konnte er sich fast wie zu Hause im Orient fühlen....er hatte großes Heimweh, doch er wusste, dass er so bald nicht nach Hause zurück konnte, denn sein Bruder, der ihn hierhergeschickt hatte, trahtete ihm nach dem Leben. Es war kein Zufall, dass in den meisten Familien nur ein Thronfolger überlebte, denn es war üblich, dass der ältere Bruder die jüngeren aus dem Weg räumte, um uneingeschränkt herrschen zu können. Deswegne hatte Djem bewusst nur einen Sohn in die Welt gesetzt, und wollte es auch dabei belassen. Ach, wie gerne wäre er jetzt zu Hause bei ihm...verzweifelt fragte er sich, wie lange seine Geiselhaft hier dauern würde, und was ihn danach erwartete. Eine bildschöne Frau kam aus den vatikanischen Gärten heraus...es war die Tochter des Papstes, Lucrezia Borgia.
Er lächelte und winkte der Schönen.
"Madonna Lucrezia! Habt Ihr Lust, mir bei meinem orientalischen Mahl Gesellschaft zu leisten, und die Spezialitäten meiner Heimat kennenzulernen?"
Die Papsttochter gefiel ihm sehr gut, aber er wusste natürlich genau, dass sie für ihn uneerreichbar war, denn einem wie ihm, einem Orientalen, würde der Papst niemals seine Tochter geben.

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6. Dez 2011, 15:53
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Carlotta

„Ja, die alt eingesessenen Familien. Ich denke, irgendwann werden sie von ihrem hohen Ross herunter kommen müssen. Aber ob wir das noch erleben werden, dass wage ich zu bezweifeln.“
Auch wenn sie den meisten Menschen ein Dorn im Auge waren, sie war stolz auf das spanische Blut, welches durch ihre Adern floss. Es passte zu ihrem rebellischen Verstand und ihrem Wunsch, anders zu sein als die anderen Frauen.
Sie fand es rührend, wie Cesare sich um sie sorgte und beinah tat es ihr leid, weil es ihr ja nicht wirklich schlecht ging. Deshalb würde sie auch auf keinen Fall zulassen, das er einen Arzt rufen würde.
Kopfschüttelnd antwortete sie:“ Dann ist Juan also nicht besser als Orsino. Bleibt nur zu hoffen, dass er entweder niemals heiratet oder aber das er eine Frau findet, die ihn seine Vorliebe für Hurenhäuser vergessen lässt.“
Carlotta betrachtete ihren gutaussehenden Cousin von der Seite her , ehe sie mit einem schelmischen Grinsen fragte:“ Wie steht es denn mit euch Kardinal Cesare Borgia. Habt ihr der Fleischeslust völlig entsagt, oder gibt es zwischen euch und eurem Bruder dort ab und an zufällige Treffen?“
Als der junge Mann ihre Hand sanft drückte und davon sprach das er sich sehr über sie als Werberin freuen würde und das er der Meinung war, dass der Mann den sie eines Tages vielleicht ehelichen würde es bestimmt nicht nötig hätte, gewisse Häuser aufzusuchen erwiderte sie seine Berührung.
Ihr lief ein wohliger Schauer über den Rücken, als sie antwortete:“ Ich werde niemals heiraten. Und schon gar nicht einen Mann den ich nicht liebe und den ich möglicherweise verabscheuen würde. „
Nachdem er ihr gesagt hatte, dass er dabei war sich in sie zu verlieben, lächelte sie. Sie rückte ein wenig näher und schaute Cesare nun tief in die Augen:“ Vorhin als du zu mir gesagt hast, du würdest mit mir gern einmal die Welt von oben sehen, wenn dein Fluggerät funktionstüchtig ist, da dachte ich das ich schon jetzt das Gefühl habe, auf einer Wolke zu schweben. Und drei mal darfst du raten, wer an diesem Gefühl Schuld hat. Und glaube mir, auch diese Antwort würde dem Heiligen Vater ganz bestimmt nicht gefallen.“
Clarissa schluckte. Das Gesicht ihres Cousins war nahe genug, sie hätte sich nur vorbeugen müssen um ihn zu küssen. Doch so weit traute sie sich nicht zu gehen. Vielleicht würde Cesare lieber gegen das ankämpfen was er fühlte und sie würde ihn auf keinen Fall, in einen Gewissenskonflikt stürzen.

Lucrezia

Lächelnd kam sie auf den Orientalen zu :“ Majestät.“ Sagte sie und machte einen formvollendeten Hofknicks. Sie lächelte Prinz Djem wieder an und antwortete:“ Ich würde euch sehr gern Gesellschaft leisten, euer Hoheit.“
Lucrezia nahm auf einem der Kissen neben den gutaussehenden Mann Platz und ließ ihren Blick über die exotischen Köstlichkeiten wandern. Die Auswahl war so groß, dass sie sich gar nicht entscheiden konnte, was sie als erstes probieren sollte.
„ Was könnt ihr mir denn besonders empfehlen? Was würdet ihr mir denn raten zu erst zu probieren?“
Ihre Gedanken wanderten zu Cesare und Carlotta, die nun allein waren. Sicher würde es den beiden gut tun und sie beschloss sich mit ihrer Rückkehr etwas mehr Zeit als ursprünglich geplant zu lassen.
„ Habt ihr wieder diesen Pfefferminzaufguss da, Majestät ? Davon hätte ich gern ein wenig“ sagte Lucrezia und schaute den jungen Prinzen lächelnd an.

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6. Dez 2011, 17:52
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Cesare

"Ich befürchte, dass wir das wohl nicht mehr erleben werden. Denn ich glaube, dass die meisten Römer auch in hunderten von Jahren noch denken werden, etwas ganz Besonderes zu sein, nur weil einer ihrer Vorfahren Nero in den Hintern gekrochen ist. Aber dafür gilt unsere Familie ja in Spanien als etwas Besonderes, dort ist man sehr stolz, dass Vater jetzt Papst geworden ist."
Als das Gespräch dann auf Juan kam, schüttelte Cesare den Kopf.
"Ich fürchte, für Juan wird es niemals eine Frau geben die zu ihm passt,keine könnte mit seinem Lebenswandel zurechtkommen. Ach, ich kann gar nicht zählen, wie oft Vater mich schon losgeschickt hat, ihn aus den Hurenhäusern zu holen..."
Als sie ihn dann fragte, ob er sich schon einmal mit Juan dort getroffen hätte, lächelte er verschmitzt und zwinkerte ihr frech zu.
"Was sollte ich in einem Hurenhaus? Ich würde niemals für etwas zahlen wollen, das man auch umsonst haben kann, ausserdem mag ich es nicht, wenn keine Gefühle im Spiel sind, denn nur wenn man einander liebt, ist es wirklich schön. Diese Erfahrung hat Juan aber bisher noch nie gemacht."
In seinem Leben hatte es eine große Liebe gegeben, die junge Ursula, die sich jedoch für ein Leben im Kloster und gegen ihre Liebe entschieden hatte, und seitdem, ein halbes Jahr war das jetzt her, lebte er enthaltsam. Er hatte lange gebracht, bis er über den Schmerz hinweggekommen war, doch nun schien sein Herz offen zu sein für eine neue Liebe, für Clarice vielleicht?
Als sie sagte, dass sie niemals heiraten wolle, blickte er sie traurig an.
"Wirklich niemals? Und was, wenn du irgendwann einmal jemandem begegnest, der dir gefällt?"
Doch als sie dann davon redete, dass sie sich fühlte, als ob sie auf Wolken schweben würde, wurde ihm klar, dass auch sie mehr für ihn empfand, und er lächelte und nahm ihre Hand.
"Was mein Vater sagt, kümmert mich nicht...ich höre nur auf mein Herz, und im Augenblick fühle ich mich geradezu magisch zu Euch hingezogen, Clarice. Es ist nicht mehr wie damals, als wir Kinder waren, jetzt ist irgendwie alles anders...viel schöner als damals..."
Ganz tief blickte er ihr in die Augen, ihre Köpfe waren nun so dicht beieinander, dass ihre Lippen sich fast berührten, und dann küsste er sie einfach....legte seine ganze Leidenschaft in diesen Kuss...

Djem

"Ihr braucht mich nicht Majestät oder Hoheit zu nennen"; meinte er lächelnd, "nennt mich einfach Djem, das tun alle meine Freunde. Ich finde es schön, dass Ihr mir Gesellschaft leistet, Madonna Lucrezia."
Dann nahm er eine kleine Schüssel mit Couscous, seinem Lieblingsgericht und reichte sie ihr. Extra für sie legte er noch eine schöne weisse Blüte in die Schüssel.

http://www.tobiaskocht.com/wp-content/uploads/2010/04/Seffa-de-Couscous.jpg

"Hier, das ist mein Lieblingsgericht, Madonna, und in meiner Heimat essen wir es mit den Fingern. Es schmeckt einfach köstlich und es gibt viele Varianten davon."
Dann goss er ihr lächelnd etwas Pfefferminztee ein.
"Ich liebe dieses Getränk, Madonna, es ist einfach köstlich, es ist mir viel lieber, als dieser seltsame rote Traubensaft, den ihr hier alle trinken...und von dem man immer ganz benebelt im Kopf wird. Ich bin gespannt, wie Euch der Tee schmecken wird."
Er mochte die Papsttochter gerne, und freute sich über ihre Gesellschaft, ein gutes Mahl und eine schöne Frau neben sich, nun war es fast wie in der Heimat...

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7. Dez 2011, 17:57
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Beitrag Re: Rpg: Die Borgias
Clarissa

Clarissa teilte Cesares Ansichten, über die alten großen italienischen Familien und ihrem Missfallen gegenüber ihrer spanischen Herkunft.

Wie kamen sie denn überhaupt dazu, sich für etwas Besseres zu halten, nur weil sie Römer waren?
„ Was ist wohl wahrscheinlicher, haben sie alle Angst um ihr Seelenheil, denn immerhin waren es ihre Vorfahren, die einst die Christen in der Arena den Löwen zu Fraß vorwarfen, oder halten sie sich wirklich für so heilig das sie das Recht haben andere auszugrenzen?“

Sicher die Spanier waren außer sich vor Freude darüber, dass der Stuhl Petri nun von einem Spanier besetzt wurde. Doch Spanien war weit weg, die Sympathie ihrer Landsleute nützte ihnen hier in Rom nicht das Geringste.

„ So wie du es schilderst müssten Juan und Orsino die allerbesten Freunde sein.“ bemerkte Carlotta und wusste, dass sie auch jetzt nach all den Jahren mit Orsino nichts anfangen konnte. Bei Juan war es vielleicht anders, doch schon immer hatte sie Lucrezia und Cesare näher als allen anderen gestanden.

Als Cesare sagte, er würde niemals für etwas zahlen was er auch umsonst bekommen würde und das er der Meinung war, dass bei der körperlichen Liebe, die Gefühle nicht zu kurz kommen sollten, antwortete sie mit einem spitzen Unterton:“ Nun du solltest in deiner Position gar nicht in den Genuss solcher Dinge kommen. Weder umsonst, noch gegen Bezahlung. Immerhin hast du ein Keuschheitsgelübte abgelegt. „

Natürlich wusste auch die junge Frau, dass sich niemand an dieses Gelübte hielt. Der Spruch Bei Nacht sind alle Katzen grau, passte grade zu dem Kirchenstand besser als zu jedem anderen. Aber dennoch hatte sich Clarissa Orsini, diese Spitze nicht verkneifen können.

Auf Cesares Frage hin, ob sie sich auch nicht vorstellen könnte zu heiraten, wenn sie eines Tages einen Mann begegnen würde, der ihr gefiel blickte sie ihn ernst aus ihren dunklen Augen an und antwortete leise:“ Wenn er bereits mit Gott verheiratet ist, dann kann und darf ich mich wohl nicht dazwischen drängen.“

Ihr Herzschlag beschleunigte sich noch weiter, als der junge Kardinal ihre Hand nahm und sie in die seine legte.
Während er mit ihr sprach, schaute sie ihn unentwegt an und ehe sich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich ihre Lippen berührten, hatte Clarissa das Gefühl den Boden unter ihren Füßen zu verlieren. Immer leidenschaftlicher wurde ihr Kuss und nur mühsam gelang es ihr, sich kurz von Cesares Lippen zu lösen:“ Vielleicht ist es gleich, was dein Vater will. Aber ist es dir auch egal was der Papst will?“

Sicher musste Cesare erst einen Moment über ihre Frage nachdenken und ehe er es sich anders überlegte, schlang sie erneut ihre Arme um ihn, zog sich an sich heran und fand wieder seine vollen, weichen Lippen.
Innerlich hoffte sie das Lucrezia bald zurück kommen würde, denn wenn ihr nun niemand Einhalt gebot, dann würde sie sich selbst ihren Cousin den Kardinal hier und jetzt um ihre Ehre bringen.

Lucrezia

„ Dann bin ich also eure Freundin?“ fragte das junge blonde Mädchen erfreut und erwiderte das Lächeln des ausländischen Prinzen. „ Gut, dann werde ich euch Djem nennen. Und ihr lasst dafür bitte, diese Madonna weg. Ich mochte diese Bezeichnung noch nie wirklich gern.“

Neugierig blickte Lucrezia in die Schüssel, in der diese Speise war die Djem als Couscous bezeichnete.
„ Es sieht ein wenig unscheinbar aus, findet ihr nicht?“

Doch es sah nicht nur ein wenig seltsam aus, allein die Tatsache das man es einfach mit den Fingern aß, machte es noch exotischer.

„ Dieses Essen hat einen interessanten Namen, es klingt wie Kuss-Kuss. Aber das würdet ihr mir ja gewiss nicht anbieten, oder?“ fragte sie und blickte Djem neugierig an.

Lucrezia war noch völlig unverdorben, aber sie mochte es bei Männern die ihr sympathisch waren ihren Charme zu erproben. Und bei Djem war sie sich sicher, dass er sie niemals in eine verfängliche Situation bringen würde. Er war ihr Freund und diese Freundschaft machte sie sehr glücklich.

„ Pfefferminztee?“ fragte sie, nachdem der Prinz ihr etwas eingeschenkt hatte. Sie hielt ihre Nase leicht darüber:“ Es riecht sehr gut. Ich glaube ich habe noch nie, etwas Vergleichbares gerochen. „

Lachend schaute sie ihn an:“ Dieser rote Traubensaft, ist aber manchmal sehr erheiternd. Vor allem, wenn man selbst keinen getrunken hat und dann alle anderen beobachtet. Sagt, warum trinkt ihr nie von dem Wein. Der Wein von dem Gut meines Vaters ist wirklich ausgesprochen gut. Die anderen Kardinäle sind sogar bereit, sehr viel Geld dafür zu bezahlen und das obwohl Cesare immer sagt, dass die anderen Kardinäle meinen Vater hassen würden.“

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"Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen."

(unbekannter Verfasser)


8. Dez 2011, 12:24
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