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 Infos über Richard 
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Beitrag Infos über Richard
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Richard Löwenherz wurde am 8. September 1157 als viertes Kind von Alienor von Aquitanien und Henry II im Beaumont Castle in Oxford geboren. Die Burg existiert heute nicht mehr, und nur noch eine Gedenktafel erinnert daran, dass dort Richard, und zehn Jahre später sein Bruder John geboren wurden.
Richards ältester Bruder Guillaume(geboren 1153) starb schon 1156 im alter von drei Jahren, dann gab es noch Henry (geb. 1155), Mathilda(geboren 1156), nach Richard kamen dann noch Geoffrey(1158), Alienor(1161) Joana(1165) und John(1167) zur Welt.

Die erste schriftliche Erwähnung des Knaben geht auf das Jahr 1159 und eine geplante Verlobung mit einer Tochter des Grafen von Barcelona Raimund Berengar IV. zurück, die infolge des frühen Todes des Grafen nicht zu Stande kam. Am 6. Januar 1169 leistete Richard in Montmirail während eines Treffens seines Vaters Heinrich II. mit dem französischen König Ludwig VII. diesem einen Lehenseid für Aquitanien, das er im Falle des Todes seines Vaters aus dem Besitz seiner Mutter als Herrschaftsgebiet zugewiesen bekam.

Er genoss am Hof seiner Mutter eine standesgemäße Erziehung, ohne dort jedoch so maßgeblich von den Troubadouren und ihrer Dichtung beeinflusst worden zu sein, wie es von der älteren Forschung vermutet wurde.[1] Eine gewichtigere Rolle in der kulturellen und politischen Prägung Richards spielten die Beziehungen des Hofes von Eleonore zu den iberischen Königreichen und ihrer Reconquista. Als wahrscheinlich gilt, dass Richard von seiner Mutter an Ostern 1170 auf einer Versammlung in Niort den Vasallen als künftiger Herzog von Aquitanien und Graf von Poitou vorgestellt wurde

Im März 1173 schlossen Richard und Gottfried sich Heinrich dem Jüngeren an, der gegen seinen Vater rebellierte. Auslöser des Konfliktes war die von Heinrich II. geplante Übereignung der Burgen Chinon, Loudun und Mirebeau an seinen noch minderjährigen jüngsten Sohn, Johann, anlässlich dessen Verlobung mit Adelheid (Alys), der Tochter des Grafen Humbert III. von Savoyen. Heinrich der Jüngere, der schon länger einen Vorwand suchte, erhob sich daraufhin anlässlich einer Versammlung in Limoges gegen seinen Vater und verlangte von diesem die Übergabe der tatsächlichen Herrschaft im Herzogtum Normandie. Unterstützt wurde er dabei von seinem Schwiegervater König Ludwig VII. von Frankreich, seiner Mutter Eleonore von Aquitanien sowie Graf Philipp I. von Flandern und König Wilhelm I. von Schottland.

Der junge Richard und seine beiden Brüder begaben sich in die Obhut Ludwigs VII. nach Paris, während die Auseinandersetzung sich zu einem bewaffneten Konflikt zuspitzte, den Heinrich II. mit einem brabantischen Söldnerheer von 20.000 Mann niederschlug. Heinrich II. nahm seine Gemahlin gefangen, die, auch nachdem er seine Söhne infolge eines Gnadengesuches wieder in seine Gunst aufgenommen hatte, inhaftiert blieb.

Nach dem Tod seiner beiden Brüder Heinrich und Gottfried wurde Richard der Anführer der Verschwörung. Mit Hilfe seines letzten Bruders Johann Ohneland und des französischen Königs Philipp II. August gelang es ihm schließlich im Jahr 1189, seinen Vater endgültig zu schlagen und sich von diesem in dem Abkommen von Azay-le-Rideau als alleinigen Erben anerkennen zu lassen. Der alte König starb zwei Tage später, am 7. Juli 1189, in der Burg Chinon im Alter von 56 Jahren.

Am 3. September 1189 wurde Richard Löwenherz in Westminster als Richard I. zum König von England gekrönt und war damit durch seine französischen und englischen Besitzungen der mächtigste Herrscher Europas nach Kaiser Friedrich Barbarossa. Im Gegensatz zu der Krönung der meisten seiner Vorgänger wurde die Zeremonie mit großem Pomp in Anwesenheit zahlreicher Lehnsträger aus dem gesamten Reich veranstaltet.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/49/Richard_coeurdelion_g.jpg/170px-Richard_coeurdelion_g.jpg

Richard ging jedoch zunächst nicht an die Festigung seiner Herrschaft, sondern bereitete die Erfüllung des Kreuzzugsgelübdes vor, das er gemeinsam mit Philipp II. August abgelegt hatte. Kurz darauf führte er den in wichtigen Bereichen erfolglos bleibenden Dritten Kreuzzug (1189 bis 1192) zur Rückeroberung Jerusalems von den Truppen des Sultans Saladin an. Richard und Philipp brachen gemeinsam in Vézelay auf und stachen in Marseille bzw. Genua in See, die Flotten erreichten am 16. September 1190 Messina auf Sizilien. Richards Schwester Johanna wurde in der Stadt gefangengehalten, nachdem ihr Mann König Wilhelm II. am 17. November 1189 gestorben war. Natürlich forderte Richard nach seiner Ankunft, dass seine Schwester unverzüglich freizulassen sei, was er in wenigen Tagen auch erreichte. Jedoch gab es in der Folge ständig Scharmützel und Sticheleien, denn Richard trat auf wie ein Eroberer. Nachdem die Stadtbewohner einige Ausfälle aus der Stadt wagten, wurden die Kreuzfahrer schließlich auch von der Kampflust ergriffen.

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Richard stellte sich nun an die Spitze seiner Truppe und erstürmte die Stadt, woraufhin stundenlang Raub, Mord und Plünderung in Messina wüteten, bis der König seinem Heer Schonung gebot. Ab diesem Zeitpunkt wagten es die Sizilianer und mit ihnen ihr König, Tankred von Sizilien, nicht mehr, dem Kreuzfahrerheer zu trotzen, und wurden umgänglicher. Der Respekt vor dem König ging sogar soweit, dass man ihm den Beinamen „der Löwe“ oder „Löwenherz“ gab.[2][3] Richard konnte auch der Königswitwe und Schwester anschließend ihre Rechte sichern. Weiter auf dem Weg in das Heilige Land eroberte Richard I. noch Zypern und nahm dessen ersten und einzigen Kaiser Isaak Komnenos gefangen. Zypern verkaufte er an Guido von Lusignan, den vor Saladin auf der Flucht befindlichen König von Jerusalem. Am 12. Mai 1191 heiratete Richard in Limassol Berengaria von Navarra. Mit dieser Verbindung sollte unter anderem der französische Reichsteil abgesichert werden, dessen Regentschaft Richard für die Dauer des Kreuzzuges seinem Schwiegervater Sancho VI. von Navarra und seiner Mutter Eleonore von Aquitanien anvertraut hatte. Bereits in Sizilien hatte sich Richard mit Berengaria verlobt. Philipp von Frankreich war über die Verbindung verärgert, da Richard dazu sein bisheriges Verlöbnis mit Philipps (Halb-)Schwester Alix aufgelöst hatte.

Richard zeigte während seines Kreuzzuges großes Selbstbewusstsein, aber bisweilen sehr wenig diplomatisches Geschick. So wies er bei der Eroberung von Akkon schroff die Machtansprüche Leopolds V. von Österreich zurück (dessen Standarte wurde im Streit um die Beuteverteilung durch einen seiner Knappen in den Burggraben geworfen) und ließ auch keine Gelegenheit aus, Philipp II. von Frankreich spüren zu lassen, dass er der Mächtigere sei. Der durch seine Machtdemonstrationen provozierte Unmut seiner Rivalen sollte ihn später teuer zu stehen kommen.

England wurde während des Kreuzzuges von seinem Bruder Johann Ohneland verwaltet. Philipp II., mit dem sich Richard I. zerstritten hatte, kehrte nach der Eroberung von Akkon vorzeitig nach Frankreich zurück und schloss einen Vertrag mit Johann: Philipp erhielt einen Teil der englischen Besitzungen in Frankreich, Johann wurde im Gegenzug die Verwaltungshoheit über die restlichen Gebiete zugesichert. Begünstigt wurde dieser Pakt durch Intrigen im englischen Adel, die Richards Justiziar Wilhelm von Longchamp am effektiven Eingreifen zugunsten des Königs hinderten und ihn schließlich zur Aufgabe seines Amts zwangen.

Richard hatte inzwischen mehrere glänzende Siege gegen Saladin errungen und die Mittelmeerküste von Akkon bis Askalon erobert. Allerdings machte er bei der Eroberung Jerusalems, des eigentlichen Ziels des Kreuzzugs, keine Fortschritte. Aufgrund der Nachrichten aus der Heimat schloss Richard 1192 einen Waffenstillstand mit Saladin, brach den Kreuzzug ab und machte sich im Oktober 1192 auf den Rückweg in die Heimat

Dabei reiste er über Österreich, und würde dann im kleinen Dorf Erdberg bei Wien von den Männern des Herzog Leopold gefangengenommen. Herog Leopold verkaufte die königliche Geisel dann an Kaiser Heinrich VI, den Sohn von Kaiser Friedrich Barbarossa.
Ende 1192 wurde Richard dann von den Männern Kaiser Heinrichs auf die Burg Tifels bei Annweiler gebracht.
Ein ganzes Jahr blieb er in deutscher Gefangenschaft, zuerst auf Burg Trifels, später dann in Worms und Speyer.

http://www.trifelsland.de/g/p/trifels_24.jpg

Währenddessen versuchte Alienor von Aquitanien, in England das Lösegeld von 100.000 Silbermark zusammenzubringen. Jeder Untertan musste ein Viertel seines Vermögens hergeben, um das Lösegeld zusammenzubekommen.
Zur gleichen Zeit versuchte dann auch Prinz John, das Lösegeld zusammenzubekommen, auch er nahm Steuern ein, obwohl er dazu nicht berechtigt war. Er hatte sich mit dem König von Frankreich verbündet, und sie wollten zusammen den König frei kaufen, um ihn dann ein Leben lang in Paris in Geiselhaft zu halten.
So entstand dann auch die Robin Hood Legende, in der dann Richards Bruder Prinz John zum Bösewicht erklärt wurde.

Alienor selbst reiste Ende 1193 mit dem Lösegeld nach Deutschland, um ihren Sohn freizukaufen.

Die Gefangenschaft von Richard Löwenherz endete am 2. Februar 1194 unmittelbar nach Ableistung des Lehnseids vor dem Kaiser. Die damit verbundenen lehnsrechtlichen Fragen (etwa, ob es sich nur um eine personenbezogene Vasallität gehandelt hat) müssen offen bleiben.[6]

Richard, der am 4. Februar 1194 freigelassen wurde, bereiste noch einige Städte in Deutschland und kehrte erst Wochen später nach England zurück, wobei er die Zeit nutzte, um Kontakt zu mehreren deutschen Fürsten aufzunehmen



Nach der Rückkehr in sein Reich versöhnte sich Richard wieder mit seinem Bruder Johann und ging dann gegen den einstigen Verbündeten Philipp II. August vor. Nach den Siegen Richards bei Fréteval 1194 und Issoudun 1195 sowie der Einnahme von Angoulême durch Sancho VI. musste Philipp II. 1196 dem Vertrag von Louviers zustimmen, der Richard den größten Teil der annektierten Gebiete zurückgab, aber eben nur einen Teil. Spätestens mit diesem Vertrag begann der unaufhaltsame Schrumpfungsprozess des Angevinischen Reiches. Gleichzeitig gelangen Richard I. diplomatische Erfolge. So näherte er sich durch eine geschickte Heiratspolitik an den mächtigen Grafen Balduin IX. von Flandern an, konnte seine Schwester Johanna mit Raimond VI., dem Grafen von Toulouse, verheiraten und schließlich seinem Neffen Otto IV. von Braunschweig den Weg zur Kaiserkrönung ebnen. In den folgenden Jahren konzentrierte sich Richard auf die Auseinandersetzung mit dem aufständischen Adel in Aquitanien, der unter der Führung von Adémar V. von Limoges war. Bei der Belagerung der Burg Châlus wurde er am frühen Abend des 25. März von einem Armbrustbolzen oder Pfeil getroffen. Am 6. April 1199 starb Richard Löwenherz in den Armen seiner Mutter im Alter von 41 Jahren in Châlus, sein Leichnam wurde in der Abtei Fontevrault beigesetzt, sein Herz in der Kathedrale von Rouen. Nachfolger wurde sein Bruder Johann, unter dem sich die Auflösung des Angevinischen Reiches beschleunigte

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_________________
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8. Dez 2010, 10:43
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